Halfing/Höslwang/Schonstett – In puncto Gemeindeverwaltung nutzen die drei Gemeinden Halfing, Höslwang und Schonstett, die gemeinsam die Verwaltungsgemeinschaft Höslwang bilden, seit Jahrzehnten die Synergieeffekte, die dieses Konstrukt mit sich bringt. So leisten sich die drei Kommunen einen Geschäftsstellenleiter, der die Verwaltung aller drei Kommunen zentral aus Halfing steuert, ebenso wie gemeinsame Mitarbeiter in den unterschiedlichen Abteilungen. Synergieeffekte, die sich die Gemeinde Schonstett auch von einem gemeinsamen Bauhof erhofft. Doch ob es dazu kommen wird, steht in den Sternen.
Bereits Anfang 2017 hatte die Gemeinde Schonstett die Idee, kommunale Aufgaben wie die Grünpflege gemeindeeigener Anlagen oder den Winterdienst auf kommunalen Straßen in einem gemeinsamen Bauhof mit den Nachbargemeinden zu zentrieren. Mit dem Ziel, auf der einen Seite Kosten zu sparen, beispielsweise durch teure Gerätschaften, die gemeinsam angeschafft werden könnten, wodurch teure Leihgebühren entfallen würden. Zudem erwarten sich die Befürworter schnellere Einsatzmöglichkeiten und mehr Effizienz bei der Bewältigung der Aufgaben (wir berichteten).
Noch 2018 soll eine Entscheidung fallen
Doch obwohl Schonstetts Bürgermeister Josef Fink noch vor Monaten auf eine Entscheidung bis zum Sommer gedrängt hatte, liegt das Projekt derzeit mehr oder weniger auf Eis, wie Marco Binder, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. „Es ruht derzeit“, so Binder, und verweist darauf, dass „immer wieder neue Themen aufgekommen“, deren Bearbeitung Priorität hätten. Trotzdem hofft Binder, dass die drei Kommunen noch heuer das Thema in ihren Entscheidungsgremien erneut diskutieren werden und noch 2018 eine Entscheidung fällt.
Denn auch wenn die drei Gemeinderäte sich in den vergangenen Monaten nicht mit dem Thema Bauhof befasst hatten, so war es bei den drei Bürgermeistern dennoch präsent. So hatten sich Bürgermeister Josef Fink aus Schonstett sowie seine Amtskollegen Peter Böck aus Halfing und Matthias Maier aus Höslwang vor einigen Wochen auf den Weg zur Verwaltungsgemeinschaft Stauden im Landkreis Augsburg gemacht, um dort den gemeinsamen Betriebshof der Gemeinden Langenneufnach, Mickhausen, Mittelneufnach, Scherstetten und Walkertshofen in Augenschein zu nehmen.
Ein Besuch, der Fink in seinem Drängen auf einen gemeinsamen Bauhof für die Verwaltungsgemeinschaft Halfing noch bestärkt hat. „Das scheint dort gut zu laufen“, so das Fazit Finks nach dem Besuch in Schwaben, „und dabei ist es für die VG Stauden ja noch schwerer gewesen, da sie sogar fünf Gemeinden unter einen Hut bringen mussten.“
Ähnliche Eindrücke hat sein Halfinger Amtskollege Böck vom Ausflug zur VG Stauden mitgenommen. „Die Resonanz der Verantwortlichen vor Ort zum gemeinsamen Bauhof war eher positiv“, sagt Böck, der daraus allerdings noch keine Tendenz für eine Entscheidung in der VG Halfing ablesen will. „Wir haben in Halfing ja einen funktionierenden Bauhof“, sagt der Bürgermeister. Eine Entscheidung für oder gegen eine Zusammenarbeit sei daher derzeit „völlig offen“. Nun gelte es, die Vor- und Nachteile abzuwägen und dann einen Entschluss zu fassen.
Ein Entschluss, der auch in der Gemeinde Höslwang noch aussteht. Offiziell jedenfalls. Denn an der skeptischen Haltung vieler Gemeinderatsmitglieder aus Höslwang habe sich in den vergangenen Monaten nichts geändert, wie Bürgermeister Maier deutlich macht. „Das Thema ist so weit weg“, erklärt Maier gegenüber unserer Zeitung und verweist darauf, „dass in unserem Gemeinderat bislang keine Vorteile für die Kommune gesehen werden.“
Die Bestrebungen der Nachbargemeinde, einen gemeinsamen Bauhof auf die Beine zu stellen, kann Maier zwar nachvollziehen, „weil Schonstett ja nichts hat“. Den Besuch in Schwaben bewertet der Rathauschef jedoch völlig anders als seine Amtskollegen. „Es war interessant“, so Maier, verweist aber auch darauf, dass zwischen der VG Halfing und der VG Stauden kaum Parallelen gezogen werden könnten. Maier: „Diese Zusammenarbeit ist – ganz im Gegensatz zu hier – ganz anders historisch gewachsen.“