Frasdorf – „Wie alle Gemeinden, ist auch Frasdorf einer steten Entwicklung unterworfen. Denken wir nur an den demografischen Wandel, unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten oder das Ortsbild mit weniger Bauernhöfen und leeren Geschäften“, sagte Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller jetzt bei der Klausurtagung der Initiative „Frasdorf 2030“, an der die Arbeitsgruppensprecher, der Gemeinderat und Teile der Gemeindeverwaltung teilnahmen. Moderiert wurde die Tagung durch Mitarbeiter des Unternehmens „Identität & Image“. Steindlmüller: „Wir alle sollten diese Entwicklung der dörflichen Zukunft in Frasdorf – seien es Ortsmitte und Ortsbild, Tourismuskonzepte, Alt und Jung, Sozialleben und Wohnraum, Energie und Mobilität – aktiv und nachhaltig mitgestalten.“
Das Projekt Gemeindeentwicklung „Frasdorf 2030“ läuft seit mittlerweile zwei Jahren. Nach der Genehmigung durch den Gemeinderat und die Gründung eines kleinen Arbeitskreises folgten viele Gespräche mit anderen Gemeinden, die bereits ähnliche Projekte hinter sich haben oder noch mittendrin stecken.
In der Alten Schule in Frasdorf stellten die vier Arbeitsgruppen dem Gemeinderat ihre bisherigen Arbeitsergebnisse, ihre Ideen und Erwartungen detailliert vor. Eine gemeinsame subjektive Selbsteinschätzung aller Arbeitsgruppen (AG) erbrachte den größten sofort notwendigen Handlungsbedarf in den Bereichen „Ortsbild & Ortsentwicklung“ sowie „Mobilität & Verkehr“.
Kommune als
Spiel- und Aktivdorf
So berichteten die Sprecher der AG „Tourismus, Wirtschaft & Landwirtschaft“, Britta Walsberger und Sebastian Graf, über ihre Ideen. Sie stellten die Konzepte zu Themen wie der Direktvermarktung regionaler Produkte und dem neuen Prädikat „Genussdorf Frasdorf“ sowie mögliche touristische Alleinstellungsmerkmale des Spiel- und Aktivdorfes Frasdorf mit dem großen Spielplatz mitten im Ort vor.
Beim Thema „Mobilität und Verkehr“ berichteten Beate Leitner und Andreas Walsberger über ihre Ideen für ein gemeindliches Bürger- und Rufbuskonzept. Die Erfassung gefährlicher und fehlender Straßenquerungen, oder fehlender Geh- und Radwege im Innerortsbereich und das wichtige, aber schwierige Thema Tempolimit.
Peter Sager und Winfried Lackner berichteten für die AG „Soziales und Miteinander“ über ihre Projekte. Dabei verwiesen sie auf die Willkommensmappe für Neubürger, eine neu zu schaffende Kneippanlage am Schwimmbad, die Jugendbefragung und schließlich über „Älter werden in Frasdorf – neue Seniorenwohnkonzepte“.
Lorenz Wollschlager und Gabi Stein zeigten umfassend die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe „Ortsbild und Ortsentwicklung“ auf. Es stellte sich heraus, dass das „die sogenannten dicken Bretter“ waren, die dann auch das gemeinsame Hauptthema aller Arbeitskreise wurden. In Gruppenarbeit wurden systematisch die sensiblen Themen Ortsbild und Ortsmitte, die Nutzung kommunaler Gebäude und die weitere Siedlungsentwicklung abgearbeitet.
Eine Gruppe bearbeitete die Liste ortsbildrelevanter Problempunkte und führte dabei gleich einige mögliche Startprojekte wie die Gestaltung des Kirchplatzes, des Westerndorfer Platzes, die Neuordnung der Ortseingänge von Osten her und zahlreiche weitere kleinere änderungsfähige Schwachpunkte aus.
Zum Thema Neugestaltung der Ortsmitte wurden vier vorbereitete Ideen diskutiert und bewertet. Ausgiebig diskutierten die Arbeitsgruppen über verschiedene Nutzungskonzepte der kommunalen Gebäude. Doch sind diese sehr komplex und hängen primär vom möglichen Bau oder Umbau der bestehenden Turnhalle an der Schule ab. Die Gruppe Siedlungsentwicklung beschäftigte sich mit der systematischen Erfassung von Baulücken sowie mit alternativen Wohnkonzepten.
Abschließend stellte Gemeinderatsmitglied Lorenz Wohlschlager fest, dass als erstes Resultat der Veranstaltung ein Fahrplan mit ganz konkreten Maßnahmen und Schritten für die weitere Dorfentwicklung gesehen werden könne. „Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück und freuen uns darauf, Frasdorf gemeinsam weiter zu gestalten.“
Mittlerweile ist auch das „Interkommunale Entwicklungskonzept (IKEK) der vier Prientalgemeinden“ Aschau, Bernau, Frasdorf und Prien mit 180 Seiten fertig, das themen- und gemeindeübergreifend die Bereiche Soziales und Miteinander, Verkehr und Mobilität, Ortsgestaltung, Wirtschaft und Tourismus analysierte und auch entsprechende Fördermittel für die Gemeinden zur Verfügung stellt.
Untersuchungen
durch Fachplaner
Die Gemeinde Frasdorf ist durch die angestoßene Gemeindeentwicklung „Frasdorf 2030“ und deren erste Ergebnisse seit kurzem wieder in die Städtebauförderung aufgenommen. Dazu werden Fachplaner aus den Bereichen Städtebau und Landschaftsarchitektur im nächsten Schritt eine vertiefende städtebauliche Untersuchung detailliert für Frasdorf machen, basierend auf den Ergebnissen von „Frasdorf 2030“ und der Klausurtagung.
Ausführliche Informationen zu den Gedankenspielen und Planungen rund um die Initative „Frasdorf 2030“ stehen den Bürgern online unter www.frasdorf2030 zur Verfügung.