Benimmkurs in der residenz aschau

Gute Umgangsformen sind das A und O

von Redaktion

Gute Umgangsformen sind das A und O. Doch worauf muss man achten, damit es mit dem richtigen Benehmen klappt? Zehn Rosenheimer Studenten lernten dies jetzt bei einem Benimmkurs in der Residenz Aschau.

Aschau – „Steigen Sie in einen Aufzug und grüßen Sie die Menschen, die dort drinnen stehen…. Probieren Sie es mal selbst – Sie werden erst erstaunt angestarrt, doch dann ganz schnell freundlich angelächelt, wenn nicht gar zurückgegrüßt.“ Was sich so einfach anhört, ist für einen „Benimm“-Kurs nur der Einstieg, geht es doch hier um das menschliche Miteinander und um gute Umgangsformen. Und das lernten zehn Wirtschaftsstudenten der Hochschule Rosenheim jetzt bei einem Kurs in der Residenz Aschau beim Sternekoch Heinz Winkler – gefolgt von einem Fünf-Gänge-Menü samt Weinbegleitung.

Die Viertsemester, sieben Herren und drei Damen, allesamt Anfang bis Mitte 20, bekamen den Benimm-Kurs als Auszeichnung für herausragende Leistungen im Studium. Der Kurs aber will und soll mehr vermitteln, denn „fachliche Kompetenz reicht für beruflichen Erfolg und Fortkommen nicht aus“, weiß Knigge-Expertin Christine Kesmarki, die neben ihrem Beruf Tanzlehrerin auch Lehrerin für moderne Umgangsformen, Business Knigge-Coach und Mitglied der Umgangsformen-Akademie sowie im Berufsverband der Business Knigge-Coaches ist. „Und die vier Säulen der Sozialkompetenz – Respekt, Toleranz, Wertschätzung und Höflichkeit – werden sie im späteren Leben, sei es beruflich, aber auch im privaten Umfeld sicher gut gebrauchen können, habe sich doch die Gesellschaft stark verändert“, meint Kesmarki.

Gerade deshalb sei gutes Benehmen das A und O. Dazu gehöre beispielsweise auch die dem Anlass angemessene Kleidung; das zeuge von Respekt. Kesmarki: „Mein Gegenüber sollte es mir wert sein, mich ordentlich zu kleiden.“

Maximilian Wieland nickt, zusammen mit Kim Gregor übt er das richtige Grüßen. Händedruck, Anrede mit Vor- und/oder Nachnamen, ein „Sie“ oder ein „Du“ – die zehn Teilnehmer stellen sich gegenseitig vor. „Ich bin Johann Schmidt“ klinge selbstbewusst, so die Trainerin, aber ein „ich bin der Johann Schmidt“ komme in Norddeutschland nicht so gut an. Für Johann Schmidt steht dennoch fest: „Ein Vorname und ,Sie‘, das klingt nicht gut.“

Weiter geht es nach einer kurzen Pause an der festlich gedeckten Tafel mit dem Kursteil „Esskultur mit Niveau“. Von der Einladung über die Menübesprechung bis hin zur Tischordnung – es folgt viel Theorie, die Christine Kesmarki charmant und dennoch einprägsam zu vermitteln weiß. Heute gelte es sogar als salonfähig, wenn die Dame bezahlt – „Das ist kein faux pas mehr“, meint die Knigge-Expertin.

Und dann dreht sich das Gespräch um die unterschiedlichen Gläser, die am Nebentisch bereitstehen. Grappa-, Weißwein- oder Rotweinglas, Likörgläschen – die Glasform beeinflusst den Geschmack. Bei Weingläsern gilt: „Je kräftiger und vielleicht auch jünger ein Rotwein ist, desto besser macht er sich in einem hohen Glas mit großem Volumen. Bei leichteren, aromatischeren Weinen bringt ein dicker „Bauch“ mehr Sauerstoffkontakt und lässt den Wein intensiver wirken. Das gilt auch für Weißweine, nur dass hier die Gläser insgesamt etwas kleiner ausfallen“, erklärt Kesmarki.

Das Besteck richtig halten, sich von außen nach innen vorarbeiten – es folgen letzte Regieanweisungen, bevor das Amuse Gueule (Gaumenfreude) aufgetragen. Statt grauer, trockener und theoretischer Business-Etikette findet sich eine bunte Vielfalt an Speisen auf dem Teller, das Ganze garniert mit anregenden Gesprächen. – Adolph Freiherr Knigge (1852-1796), der 1788 „Über den Umgang mit Menschen“ schrieb und der heutzutage vielen als der Benimmratgeber gilt, wäre sicher auch mit solch einem Benimmkurs einverstanden gewesen.

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