Förderzentrum Aschau auf einem ganz besonderen Schulausflug

Gipfelstürmer mit Handicap

von Redaktion

Dieser Ausflug war echt der Gipfel: Acht Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen haben sich jetzt auf den Weg gemacht, den Geigelstein zu erklimmen. Ein Erlebnis, das die Teilnehmer lange nicht vergessen werden – und unbedingt wiederholen möchten.

Gemeinsam geht alles: Ausflugsteilnehmerin Betül (Mitte) zusammen mit Christina Rieder (links) von der Bergwacht beim Aufstieg. Im Hintergrund Sepp Schlemer, Initiator der Bergtour.

Aschau – „Ich wachse über mich hinaus“ – so lautete das Motto eines ganz besonderen Schulausflugs des Förderzentrums Aschau. Dementsprechend hoch war auch das Ziel gesetzt, nämlich die Besteigung des GeigelsteinGipfels. Sepp Schlemer, Werklehrer im Behandlungszentrum Aschau, hatte die Idee für diesen außergewöhnlichen Wandertag, an dem alle Bergsteiger im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus wuchsen.

1100 Höhenmeter

zu überwinden

Der Weg auf den Geigelstein ist auch für Menschen ohne Behinderung eine durchaus anspruchsvolle und lange Bergtour. Beginnt doch der Anstieg auf gut 700 Metern, wobei bis zum Gipfel auf 1808 Meter insgesamt 1100 Höhenmeter zu absolvieren sind. Bei strahlendem Sonnenschein startete die Gruppe – acht Jugendliche mit unterschiedlichen Handicaps sowie acht Betreuer – vom Wanderparkplatz in Huben zusammen mit Michael Feistl, Christina Rieder und Christian Paregger von der Sachranger Bergwacht als fachkundige Begleitung und Unterstützung.

Nach dem ersten steilen Anstieg gab es auf der Oberen Talalm eine kleine Brotzeit zur Stärkung. Mit einem gemeinsamen Jodler startete man zur zweiten Etappe, und die Schüler lernten dabei unterwegs auch einiges über die heimische Flora und Fauna. Auf der Priener Hütte wurde erst einmal ausgiebig Mittagspause gemacht, ehe sich die Gruppe auf den spannenden Weg zum Gipfel machte. Für die meisten war das übrigens die erste Bergtour überhaupt.

Gipfel-Selfies

als Erinnerung

Selbst Petrus meinte es gut und ließ trotz sommerlicher Temperaturen einen kühlen Wind über den Gipfelhang wehen. Geführt von den Bergwachtlern und von jeweils einem eigenen Betreuer begleitet, schafften alle Jugendlichen den Anstieg zum Gipfel.

Oben angekommen, war die Anstrengung schnell vergessen und Schüler und Betreuer strahlten um die Wette. Glücklich, vielleicht auch ein bisschen geschafft ob der Anstrengung: „Des wenn i meina Mama sog, des glabt ma de nia“, verkündete so mancher stolz und schoss als Beweisfotos sicherheitshalber noch ein Gipfel-Selfie.

Christiane Grotz, Behindertenbeauftragte des Landkreises Rosenheim, hatte von diesem besonderen Bergtag erfahren und ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe an der Priener Hütte zu ihrer außergewöhnlichen Leistung zu beglückwünschen.

„1500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bezwingen, teilweise Schritt für Schritt, dazu braucht es Ausdauer, Motivation und Willensstärke“, lobte Christiane Grotz. Als Überraschung hatte sie für jeden Jugendlichen einen Rucksack und eine Gipfelstürmermedaille mit Urkunde im Gepäck.

Große Anerkennung und Bewunderung gab es auch von den Bergwachtlern, die die Tour ehrenamtlich in ihrer Freizeit übernommen hatten. Sie erklärten sich auch gleich bereit für eine Wiederholung: „Das haben wir gerne gemacht“, so Christian von der Bergwacht.

Aber nicht nur die Bergwachtler, sondern auch die Betreuer des Förderzentrums Aschau waren beeindruckt von der sportlichen Leistung ihrer Schüler. „Da bin ich mächtig stolz auf euch“, so Sepp Schlemer.

Nach einem zünftigen Hüttenabend fielen die erfolgreichen jugendlichen Bergsteiger müde und zufrieden ins Bettenlager. Nach einem ausgiebigen Frühstück schafften die Schüler samt ihrer zahlreichen Betreuer wieder selbstständig den Abstieg ins Tal. Zurück am Hubener Parkplatz waren sich alle Tourteilnehmer sofort einig: „So was müssen wir wieder machen!“

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