Gemeinderat Rott

Schule als „Passivhaus“

von Redaktion

Die Grund- und Mittelschule Rott wird einem sehr hohen energiesparenden Standard genügen. Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme, die Schule als „Passivhaus“ auszuführen.

Rott – Entscheidend für Bürgermeister Marinus Schaber und dem Großteil des Gemeinderats aber war diese Überlegung: „Wir haben uns für diesen Bautypus entschieden, weil wir als Kommune auch in ökologischer Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen wollen. Zumal wir diese Schule nicht nur für den Augenblick, sondern für die Zukunft bauen – auch für Jahrzehnte, wenn sich die baulichen Mehrkosten rein rechnerisch dann tatsächlich amortisieren.“ Zum einen steigen die Baukosten um rund 600000 Euro, zum anderen wird gegenüber einer konventionellen Bauweise bis zu 90 Prozent weniger Primärenergie benötigt, was einer Kosteneinsparung bis zu 15000 Euro jährlich entspricht.

Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine gut gedämmte Gebäudehülle aus, es wird keine „Wärmebrücken“ geben, durch die Wärme im Inneren der Baukörper nach außen entweichen könnten. Versprochen wird eine hohe Wohlfühl-Behaglichkeit bei sehr niedrigem Energieverbrauch, und es sind keine Heizflächen erforderlich – weder Radiatoren noch Fußbodenheizung.

Die eingesetzten Wärmeerzeuger, die über die Luft und die Rückgewinnung von Körperwärme der im Haus befindlichen Personen Energie gewinnen, sind sehr klein dimensioniert. Laut Auskunft des planenden Architekturbüros Putzhammer und Meier eignen sich Schulen, in denen sich viele Menschen aufhalten, besonders gut für die Passivhaus-Bauausführung. So habe man beim Neubau der Mittelschule in Freilassing gute Erfahrungen gemacht.

Ausschuss entlastet

Gemeinderat

Der Gemeinderat Rott gründete einen Schulbau-Ausschuss, der sich intensiv um alle Belange des Schulneubaus kümmert und damit den Gemeinderat entlastet. Der Schulbau-Ausschuss besteht aus allen Mitgliedern des Rotter Bauausschusses sowie jeweils einem Vertreter aus den Gemeinden Ramerberg und Griesstätt.

Bürgermeister Schaber war es wichtig, dass die an der Finanzierung der Schule mit eingebundenen Gemeinden stets auf dem aktuellen Stand sind. Da es sich bei der Schule jedoch um eine Baumaßnahme der Gemeinde Rott handelt, sind die Ramerberger und Griesstätter Vertreter nicht stimmberechtigt. Rotts Bürgermeister schätzt, dass der Schulbau-Ausschuss bis zu 70 Prozent der anstehenden Sachprobleme entscheiden könne. Freilich: bei größeren Festlegungen werde stets der Gemeinderat Rott mit eingebunden.

Aufgrund des kürzlich beschlossenen kompletten Neubaus der Grund- und Mittelschule Rott war eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Denn durch die erlangte planerische Freiheit haben die Architekten den Flächenverbrauch der Schule reduziert und das Gebäude mehr in die Höhe geplant.

Der Bebauungsplan wird in einem beschleunigten Verfahren ausgelegt und dürfte innerhalb weniger Wochen beschlussreif sein, mutmaßt Bürgermeister Marinus Schaber.

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