Obing – Ruhestandspfarrer Christoph Kronast feierte jetzt mit dem Obinger Pfarrverband und vielen Gratulanten aus seinen ehemaligen Wirkungsstätten Kirchanschöring und Anger-Piding sein 40. Priesterjubiläum. „Wir danken Gott, dass er dich zu uns geschickt hat, weil wir total froh sind, dass du bei uns bist“, brachte es Pfarrer David Mehlich in seiner Gratulation auf den Punkt.
Der Ruhestandspfarrer ist eher ein Mensch der leisen Worte, doch wenn es um die Sache geht, beispielsweise bei der Dorferneuerung an früherer Wirkungsstätte oder aktuell beim Seligsprechungsprozess von Bruder Ildefons bezieht er klar Stellung und unterstützt, wo er kann. Ansonsten mag es der Hobbyfotograf gern bescheiden und poetisch.
Ein Mann der
leisen Worte
„Nett“, „umgänglich“, „hilfsbereit“, „engagiert“ – so wird Kronast häufig von seinem näheren Umfeld beschrieben. Er geht auf die Menschen zu. Interessiert nimmt er am gesellschaftlichen Alltag teil und bringt sich auch in kirchliche Gremien und Vereine ein. „Ohne unsere Ruhestandler ginge es nicht, da sind wir in einer privilegierten Lage“, bringt es Pfarrer David Mehlich auf den Punkt. Pfarrer Kronast sei ebenso wie Pfarrer Valentin Tremmel eine große Unterstützung im Pfarrverband mit rund 5500 Gläubigen.
Nur so könne das seelsorgerische Angebot in diesem Maße aufrechterhalten werden. „Ich mache das gerne“, sagt Pfarrer Christoph Kronast. Er liebt seinen Beruf, der ihm die Möglichkeit bietet, für die Menschen in vielfältigster Form da zu sein. Im Zentrum steht die Liebe. Sein Primizspruch „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe zueinander habt“ aus dem Johannes-Evangelium wurde zum Leitgedanken im erfüllten Priesterleben.
Bereits als Neunjähriger hatte der Bub in seinem Schulheft geschrieben, dass er später Pfarrer werden wolle. Inspiriert wurde er dabei sicherlich auch von zwei Onkeln, die ebenfalls Priester waren und von seinem älteren Bruder Konrad, der damals bereits im Priesterseminar war. Auch seine Lehrer hatten schon früh das Potenzial des guten Schülers entdeckt und ihn für das Gymnasium empfohlen.
Nach dem Abitur 1965 hatte Kronast dann in Freising und Tübingen Theologie und anschließend zusätzlich Pädagogik für Lehramt an Volksschulen in Augsburg studiert. Anschließend war der Diplomtheologe vier Jahre Lehrer an der Volksschule in Obergünzburg. Irgendetwas habe aber in seinem Leben gefehlt und deshalb habe er sich dann, während eines zweijährigen Pastoralpraktikums in Glonn, ganz bewusst für den Priesterberuf entschieden.
Am 1. Juli 1978 wurde Christoph Kronast in Freising durch den damaligen Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger zum Priester geweiht. „Das mag etwas Außergewöhnliches sein, wenn man von einem späteren Papst zum Priester geweiht worden ist. Aber man ist deswegen nichts Besonderes“, bemerkt er im Rückblick auf die Weihe.
Ehrenring als Auszeichnung
Nach Kaplanstellen in Edling bei Wasserburg und Wolfratshausen und einer dreijährigen Präfektenzeit im Studienseminar Traunstein wurde die Pfarrei und der spätere Pfarrverband Kirchanschöring über ein Vierteljahrhundert für ihn eine Heimat. Hier hat sich der Träger des Ehrenrings der Gemeinde Kirchanschöring große Verdienste erworben.
2011 wechselte er als Pfarrvikar (zweiter Priester) zum Pfarrverband Anger-Aufham-Piding mit rund 6400 Katholiken. 2016 wurden mit Eintritt in den Ruhestand erneut die Umzugskartons gepackt. „Ich bin in der Gemeinde Amerang zu Hause und wollte gerne in der Nähe meiner Heimat den Lebensabend verbringen“, erzählt Christoph Kronast. ca