Amerang – Die große Katastrophe ist gerade 15 Monate her. Damals berichtete Pfarrer Khonde aus Boma im Kongo von Unwettern mit 160 Toten und tausenden Obdachlosen. „Ohne die Hilfe von euch hätten wir es nicht geschafft“, schrieb der Pfarrer an seine Freunde in Amerang. Ende Juli wird er wieder dort sein. Wenn auch nur kurz.
Pfarrer Khonde kam vor vielen Jahren in die Pfarrei Amerang und andere Gemeinden in Bayern, hilft aus, auch um Geld für seine Projekte zu verdienen, die er bei seinen Vorträgen vorstellt. Seitdem gibt es regelmäßigen Austausch zwischen Amerang und dem Pfarrer im Kongo, der dank der Spenden aus Amerang und Umgebung viel Gutes in seiner Heimat tun konnte. Georg Kronast und Rosalie Größ sind die Ansprechpartner und steuern in Amerang die Kontakte.
Kaplan und Generaldirektor
Pfarrer Khonde ist in drei Funktionen tätig: Zum einen ist er Kaplan einer Pfarrei, zum anderen ist er Generaldirektor der Hochschule in Boma mit über 600 Studenten und zu guter Letzt hat er eine kleine Landwirtschaft unter anderem mit Kühen, Schweinen und Hühnern auf die Beine gestellt, mit der er sowohl zur Ernährung als auch zum friedlichen Zusammen- und Überleben der Bürger viel beiträgt. Um das alles zu finanzieren, fährt er immer wieder in den Sommerferien von Juni bis September nach Europa.
Den Anfang machte er 1983 nach seinem Biologie- und Theologie-Studium in Genf. Im Jahr 2001 begann er diese Tätigkeit in den Pfarrverbänden Amerang und Baumburg. Die Errichtung und Erweiterung der Hochschule sind zu einem Großteil durch Spenden dieser Gemeinden möglich geworden. Nach den Unwettern 2016 konnten aus Bayern im Januar und März 2017 stolze 30000 Euro überwiesen werden.
Als Pfarrer Khonde letztes Jahr von seinem Besuch in Amerang nach Hause kam, schrieb er bald einen Brief, dass jetzt der Reis gepflanzt werden müsste. Die Reis-Schälmaschine konnte er vor zwei Jahren dank der Unterstützung aus Amerang kaufen. Und er berichtete, dass seine „Mitbauern“ ein fünf Hektar großes Sumpfgebiet, auf dem man auch ohne Regen Reis pflanzen konnte, gefunden hätten, statt Regen, wurde damals eine Trockenzeit vorhergesagt.
Allerdings erfuhren sie auch, dass die Pacht für fünf Jahre 2000 Euro beträgt, „für uns ein relativ kleiner Betrag, für Pfarrer Khonde und seine Kollegen ohne Hilfe unbezahlbar“, so Georg Kronast. Der Pachtvertrag konnte abgeschlossen werden, weil der nötige Betrag auf dem Spendenkonto in Amerang noch zur Verfügung stand. „Wir haben sofort überwiesen, sodass dem neuen Projekt nichts mehr im Wege stand“.
Der jüngste Brief von Pfarrer Khonde kam vor zwei Wochen in Amerang an. Darin berichtet er, dass sich wieder über 100 junge Leute zum Studium angemeldet hätten. Die Hälfte dieser Interessenten habe aber die Einschreibegebühr von zehn Euro nicht bezahlen können, da weder sie noch ihre Eltern so viel Geld entbehren konnten. Dieses Mal waren auf dem Ameranger Spendenkonto nur noch 250 Euro, „wir haben den nötigen Betrag vorgestreckt“, sagt Kronast und hofft, dass die Projekte auch künftig von vielen mitunterstützt werden. re