Leserbrief an die Redaktion

„Aus“ oder „An“?

von Redaktion

Zum Bericht „Kinderspielplatz droht das Aus“, erschienen im Lokalteil:

Als mich die Überlegungen zu Plänen des kommunalen Wohnungsbaus vor zwei Jahren erreichten, dachte ich bestürzt an die stolzen Linden und unseren zwar stark sanierungsbedürftigen, aber immer noch schönen Spielplatz am Standort. Dieses Gefühl des „Aus“ ist auch derzeit wieder im Ort zu spüren.

Nach vielen Gesprächen merkte ich damals, es ist nicht so einfach mit „aus“ oder „an“: „Droht“ wirklich das „Aus“ für den Spielplatz, wenn er an die andere Seite derselben Wiese hin zu großen Walnussbäumen verlagert wird? Wenn er nach heutigen Ideen erlebnisreich gestaltet wird? Wenn der sehr beengte Garten des mittlerweile dreigruppigen Kindergartens dadurch am Vormittag ergänzt werden kann?

Ist es nicht vielmehr ein „An“ für eine finanzschwache Gemeinde, mit staatlicher Hilfe erschwinglichen Wohnraum schaffen zu können? Wenn trotz der immer schwierigeren Ausweisung neuer Baugebiete, Einheimische so im Ort bleiben können? Wenn sich Familien bei den derzeitigen Preisen eine bezahlbare Wohnung leisten können? Wenn so unsere Schule, lang und heiß umkämpft, eine bessere Zukunft hat? Wenn Menschen, entsprechend der attraktiven Idee eines Mehrgenerationenhauses, sich gegenseitig unterstützen können?

Natürlich birgt jede Entscheidung das Wort „Scheiden“ in sich. Was wird aus den Linden? So sind die Planungen bemüht, sie zu erhalten. Selbst wenn wir eventuell mit Dank und Trauer von einem Baum Abschied nehmen müssten, beispielsweise zum Bau sinnvoller Wohnungsgrößen, gibt es seitens des Umweltschutzes Argumente: Auf einer kleineren Fläche Wohnraum für mehr Menschen schaffen bedeutet eine Verringerung des Flächenverbrauches.

Im Vertrauen auf ein gutes Höslwanger Miteinander auf einem bunten „Meinungsteppich“ und den besten Wünschen für ausgewogene Ent-scheidungen des Gemeinderats zum Wohle des Ortes unter den gegebenen engen zeitlichen Vorgaben.

Theresia Eisner

Höslwang

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