Stephanskirchen – Wichtige Aufgaben wie häusliche Pflege, hauswirtschaftliche Versorgung, Betreuung und Beratung sowie ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm für rüstige Senioren werden zur vollsten Zufriedenheit der Mitglieder erfüllt. Um auch in Zukunft allen Anforderungen gerecht werden zu können, soll die Satzung des Vereins geändert werden. Das wurde bei der Mitgliederversammlung im Pfarrsaal Haidholzen bekannt gegeben.
Zu der geplanten Satzungsänderung habe es Anmerkungen von außen gegeben. Diese konnten vor der Hauptversammlung nicht ausgeräumt werden, so Erster Vorsitzender Dr. Andreas Daxer. Deshalb wurde beschlossen, diese gründlich zu besprechen, einen Notar zurate zu ziehen und die Satzungsänderung zusammen mit der geplanten Neuwahl der Vorstandschaft auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Herbst zu verlegen.
Das Sozialwerk, gegründet 1969, startete mit einem Umsatz von 30000 Mark – heute beläuft sich die Summe auf fast eine Million Euro. Auch daran sei zu sehen, so Dr. Daxer, welch große Bedeutung die Arbeit des Sozialwerks innerhalb der Gemeinde Stephanskirchen habe. Zusammen mit den Aufgaben haben sich die Anforderungen an die Verwaltung und Geschäftsführung des Vereins geändert. Darauf soll mit einer Satzungsänderung reagiert werden. So setze sich die Vorstandschaft künftig neu zusammen: Die Geschäftsführerposition ändere sich und es sollen bis zu zwei Stellvertreter gewählt werden. Es seien bereits einige Namen für die Neuwahlen im Umlauf, so Daxer. Auch er sei bereit, noch einmal zur Wahl anzutreten, wohingegen Zweiter Vorsitzender Thomas Blume und Schriftführerin Gabi Adlmaier ihr Amt abgeben möchten.
Nicht mehr so eng an die Caritas binden
Das Sozialwerk bleibt assoziiertes Mitglied der Caritas. Aber, wie Dr. Daxer bei der Versammlung betonte: „Wir wollen uns ganz neutral aufstellen.“ Damit ist der Verein weiterhin angegliedert, aber nicht mehr so eng an die Vorschriften der Caritas gebunden. Das bedeutet zum Beispiel, dass durchaus auch Geschiedene unter Vertrag genommen werden können.
Gestört habe das Sozialwerk außerdem, dass in der alten Satzung festgeschrieben sei, dass das Restvermögen des Vereins bei einer eventuellen Auflösung des Sozialwerks an die Kirche fallen würde. Sinnvoller sei, dass es in so einem Fall an die Gemeinde gehe.
Unberührt von der Satzungsänderung sollen Gehälter und Kassenverträge bleiben: Diese werden wie gehabt an gültige Standards beziehungsweise den Tarif angepasst.
Aushängeschild der Gemeinde
„Wir haben tolle ehrenamtliche Helfer, hervorragende hauptamtliche Angestellte und Mitarbeiter, tolle Angebote für ältere Mitbürger und wollen das Aushängeschild der Gemeinde bleiben“, bilanzierte Dr. Daxer.
Zweiter Bürgermeister Karl Mair unterstrich in seinem Grußwort ebenfalls die Bedeutung des Sozialwerks und seiner Arbeit für die Gemeinde und die Bürger: 2500 Bürger und Bürgerinnen seien in Stephanskirchen älter als 60 Jahre. Der demografische Wandel bringe gravierende Veränderungen mit sich. Das zeige, wie wichtig Angebote wie Gedächtnistraining, Sitzgymnastik oder die Seniorenfahrten seien, um das Leben auch im Alter angenehm zu gestalten. Es wäre wünschenswert, so Maier, wenn sich wieder mehr Menschen an einer Mitgliedschaft im Verein interessiert zeigten – im Jahr vor seinem 50. Jubiläum verzeichnet das Sozialwerk sinkende Mitgliederzahlen.
Insgesamt genieße das Sozialwerk aber große Wertschätzung in der Gemeinde, was sich auch an den zahlreichen Spenden zeige: Knapp 33000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Diese Gelder werden für soziale Projekte wie zum Beispiel die Vormittagsbetreuung oder den Seniorenclub verwendet.
57500 Euro Gewinn
erwirtschaftet
Insgesamt wurde ein Gewinn von knapp 57500 Euro erwirtschaftet, trug Verwaltungsleitung Monika Strauß vor. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Umgesetzt wurde im vergangenen Jahr auch die Datenschutzverordnung.
31 Mitarbeiter, die sich kontinuierlich fortbilden, kümmern sich derzeit um 130 Patienten. Händeringend gesucht seien Hauswirtschafterinnen: „Hier können wir die Nachfrage derzeit nicht stillen“, so Pflegedienstleitung Mechthild Unterseher.
Demenzprojekt
mit Einzelbetreuung
Sie ging auch näher auf das Demenzprojekt mit Vormittagsbetreuung ein, das von Ute Kühnast geleitet wird. Zweimal wöchentlich werde von 9 bis 13 Uhr ein festes Programm geboten. Einzelbetreuung kann stundenweise gebucht werden. Zu Demenz- und Gerontopsychiatrie werde kostenlos beraten, unter anderem über anfallende Kosten oder welche Betreuungsleistung geeignet ist.
Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich in den unterschiedlichen Angeboten engagieren, gab es ein kleines Geschenk. Sehr unterhaltsam präsentierte Rita Ringel einen Überblick über die Seniorenfahrten im vergangenen Jahr. kmz