Kiefersfelden – Für den Schriftsteller „ein besonderer Tag, hier und heute zu sitzen“, verbindet Dieter Sdun doch eine emotionale Beziehung zu Kiefersfelden: „Ich habe hier wunderschöne Jahre meiner Kindheit verbracht.“
Und dann stieg er auch gleich ein in die Vorstellung seines neuen Buches, sein Krimi-Erstlingswerk. „In Krimis wird immer viel gestorben, ohne dass groß darüber nachgedacht wird“, so sein Einstieg. Kurz stellte er das „Personal“ des Krimis vor: Da ist der nicht immer souverän agierende Lollo, ein Privatdetektiv, den man einfach gern haben muss, genauso wie seine Frau Gemahlin, die Moni, und der Spross der beiden, der fünfjährige Max, der „gern immer Kind bleiben will“. Das ist die Konstellation, mit der sich der „Fall“ aufbaut.
Nur von wenigen geliebt, von den meisten gehasst, treibt der Unternehmer Ludwig Sandmoser eines Tages mausetot in seinem Swimmingpool, daneben eine mysteriöse Plastikente mit Trachtenhut, Lederhose und dem „1860er-Logo“. Lollo wittert ein perfides Verbrechen, fährt zum Tatort und macht dabei „merkwürdige, viele Fragen aufwerfende Entdeckungen“. Eine davon ist der Fund einer angebrochenen „komisch riechenden Ampulle“ im Papierkorb im Bad des Toten. Albert Dinzinger, wohl der einzige Freund des Privatdetektivs, analysiert darin ein Pfeilfroschgift, das da eher nicht hineingehört und hochtoxisch ist. Und das weckt dann endgültig Lollos Instinkt, er ist ja immerhin Privatdetektiv und traut der heimischen Polizei nicht zu, solch einen hochkomplexen Fall zu lösen.
Die Geschichte nimmt Fahrt auf, maßgebliche Szenen spielen sich jetzt beim „Kieferer Ovarienzirkel“ im „Kaffee Glück“ ab, führen zu dramatischen Entwicklungen und Lollo sieht sich auf einmal in einem Strudel, aus dem er nur schwer wieder heraus kommt. Doch Moni, seine Frau und Pensionsbesitzerin in der Kiefer, holt ihn da raus, bringt in wieder auf Kurs, auch ihn Sachen Familie. „Wie es dann weitergeht, das erfahren Sie jetzt nicht von mir“, so der Autor. Aber im Buch steht es dann schwarz auf weiß und unwiderruflich: „Der Schluss beantwortet alle Fragen, auch zum Sinn des Lebens….“
Unter großem Applaus beschloss Dieter Sdun nach gut einer Stunde Kurzweil seine Lesung, die Appetit gemacht hat auf sein frisches Werk, das man gerne in das Genre „Krimi“ einordnen kann, aber nicht unbedingt muss. Neben den kriminalistischen Herausforderungen an den Hauptdarsteller Lollo enthält das Werk aber auch eine Reihe interessanter, merkwürdiger und natürlich auch amüsanter Lebensweisheiten.