regelmässiger Kartler-treff im haus St. anna

Mehr als „nur“ Seniorenheim

von Redaktion

Eine „Begegnungsstätte in der Gemeinde“ sollte das Haus St.Anna werden. Und der Wunsch, den der Leiter Thomas Gögerl bei der Eröffnung vor zehn Jahren angemeldet hatte, hat sich erfüllt. Dass die Einrichtung weit mehr ist als „nur“ ein Seniorenheim, beweist nicht nur die Kartler-Runde, die dort regelmäßig zusammenkommt.

Rohrdorf/Thansau – Alle 14 Tage wird an den hellen Holztischen im Café Sonnenschein auf die Kugel gespielt oder ein Graswenz, es wird gereizt, und hin und wieder geht ein Grand verloren. Doch egal ob Schafkopfer oder Skatspieler – in einem sind sich die Kartler einig: Der Treff in Thansau ist eine Supersache. „Aber es kommen zu wenig Leute“, schicken beispielsweise Robert Braun, Klaus-Dieter Greger, Hans-Dieter Schabus und Ekkehardt Neumann gleich hinterher, während die Karten für die neue Partie gemischt werden.

Dabei sind es nicht nur Thansauer, die den gemütlichen Nachmittag mit Gleichgesinnten zu schätzen wissen. Zumal die Schafkopfer „immer weniger werden“. Und auch eine Wirtschaft, in der Kartler gern gesehene Gäste sind, gibt’s nicht mehr im Dorf. Bis aus Großkarolinenfeld und den Inntalgemeinden „reisen“ die Mitspieler an; wie etwa Manfred Kaiser. Der Nußdorfer hatte von der Runde aus der Zeitung erfahren – und spielt seither alle zwei Wochen im Haus St.Anna einen gepflegten Skat. Und auch zwei oder drei Frauen finden sich an den Tischen ein. Die 76-jährige Anni Schildhauer beispielsweise kommt seit Kurzem aus Hochstätt mit ihrem E-Bike nach Thansau geradelt, weil sich ihre frühere Spielrunde aufgelöst hat.

Bezeichnenderweise stammt der Begründer der Spielgemeinschaft aus Altenburg, der Hochburg des Skatspiels: Karl-Heinz Schulze (74), der sich als Externer im Heimbeirat engagiert, hatte im November einen Aufruf gestartet. Und bereits im folgenden Monat fanden sich zur Premiere genügend Interessenten für einen Schafkopf- und einen Skattisch ein. Mittlerweile nutzen um die 15 Kartler regelmäßig das Angebot, erklärt der Raublinger. Von halb zwei Uhr bis das Café am späten Nachmittag schließt, wird dann durchgespielt.

Weitere Mitspieler gesucht

Gerne würde Schulze weitere Mitspieler – egal ob Anfänger oder Könner – bei den nächsten Treffen begrüßen. Die Runde, soll dabei auf jeden Fall bleiben, was sie ist; nämlich ein offener Treff, bei dem keinerlei Gebühren erhoben werden. Wenngleich es beim eigentlichen Spielen – des Anreizes wegen – durchaus um kleine Beträge geht.

Die Kartenrunde ist auch für das Seniorenheim selbst ein Gewinn. „Wir wollten von Anfang an ein offenes Haus sein“, betont Pflegedienstleitung Karin Stöhr. Unter diesem Vorzeichen bringen auch der monatliche Stammtisch der Arbeiterwohlfahrt und das Repaircafé sowie Veranstaltungen wie das Maibaumaufstellen durch die Rohrdorfer Trachtler und den Stopselclub zusätzliches Leben ins Haus. „Und unsere Bewohner genießen das.“

Als wertvolle Verbindungen zum örtlichen Geschehen schätzt Thomas Gögerl zudem den Friseursalon und die Physiotherapie-Praxis im Untergeschoss. „Das belebt und bringt Bewegung.“

Nächster Termin

Der nächste Spieltermin im Haus St.Anna ist am Dienstag, 17. Juli, ab 13.30 Uhr. Weitere Infos erteilt Karl-Heinz-Schulze, Telefon 08035/5279. Er selbst bevorzugt im Übrigen das Skatspiel – seiner x-fachen Kombinationsmöglichkeiten wegen.

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