Stephanskirchen/Rohrdorf/ Kufstein – „Wir wollen den Schulterschluss mit Österreich“, hieß es am Ende der kleinen Politikerrunde im Stephanskirchner Rathaus. Denn zwei weitere Gleise würden die Verkehrsprobleme im Inntal nicht lösen. „Wir brauchen verkehrslenkende Maßnahmen“, so Bürgermeister Rainer Auer.
Er hatte zu diesem ersten Treffen mit der Tiroler Grünen-Politikerin auch den Schechener Bürgermeister Hans Holzmeier, den Rohrdorfer Rathauschef Christian Praxl sowie Josef Reisinger von der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land eingeladen. Nach dem gut eineinhalb Stunden dauernden Treffen erklärte Auer: „Es war ein interessantes Gespräch.“ Persönlich nehme er mit, dass Österreich bei diesem Thema einen weiten Vorsprung vor Deutschland hat.
Bürgermeister Christian Praxl aus Rohrdorf betonte, dass „der Schienenausbau im Inntal allein den Verkehr nicht wird bändigen können. Es braucht weitere, flankierende Maßnahmen, um die Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen.“
Und genau darüber sei intensiv gesprochen worden: Mautgebühren, die „rollende Landstraße“ und sektorale Fahrverbote – Instrumente, die in Österreich längst angewandt werden, um dem Verkehr und damit auch der Luftverschmutzung Herr zu werden.
Doch in Bayern schlafe man: „Wir bleiben der billige Jakob“, so Auer. Und genau das sei der Grund, weshalb der Verkehr über den Brenner geradezu angezogen werde. Sein Vorschlag: 25 Prozent Aufschlag auf die Maut, um in etwa mit Tirol gleichzuziehen.
Spannend, so Auer und Praxl, sei das „sektorale Fahrverbot“ in Österreich. Damit werden per Gesetz nicht verderbliche Waren wie Holz, Autos oder auch Kies zwingend auf Güterzüge verladen. „Auf der Straße haben diese Waren nichts verloren. Warum machen wir das nicht nach“, fragen die beiden Rathauschefs.
Rund 40 Prozent der Lastwagen, die über den Brenner rollen, könnten reduziert werden, glauben Auer und Praxl. Denn sie rollen eben nur, weil der Pass kostengünstig ist. Mit lenkenden Maßnahmen in Bayern sowie ähnlich hohen Transitgebühren wie beim Gotthard-, Mont-Blanc- oder Tauerntunnel könnte der Verkehr entzerrt und damit reduziert werden.
„Und dann bräuchte es keine zwei weiteren Gleise und die Zerstörung unserer Heimat.“ Davon sind die beiden Chefs fest überzeugt.