Riedering – Bürgermeister Josef Häusler fasste nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführlich die Chronologie rund um die Nahversorgung zusammen. So habe sich schon der Gemeinderat während der Amtszeit seines Vorgängers Gerhard Vodermaier mit dem Thema auseinandergesetzt, ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen.
Stand heute sei folgender: Die beiden Bewerber Rewe und Edeka hätten sich dem Gremium mit ihren jeweiligen Konzepten vorgestellt und sich jeweils einen Standort gesichert, und Unterschriften für und gegen einen neuen Lebensmittelmarkt am Ort seien gesammelt und im Rathaus abgegeben worden. Im Gemeinderat habe man sich zwar 2016 darauf verständigt, dass ein neuer Lebensmittelmarkt entstehen solle, aber über Standort, Zeitpunkt und Betreiber sei bis heute nichts entschieden worden (wir berichteten mehrfach). Deshalb fordere er nun endlich einen Grundsatzbeschluss.
Matthias Pummerer befand, dass dies nicht der Gemeinderat entscheiden solle. Stattdessen sollten zu dieser weitreichenden Entscheidung die Bürger befragt werden. Georg Kasberger regte einen Bürgerentscheid an. Diesen könne man mit der am 14. Oktober anstehenden Landtagswahl verbinden. Richard Mühlbauer und auch Sebastian Hamberger befürworteten den Vorschlag, wenngleich beide erklärten, dass ein neuer Supermarkt nicht unbedingt notwendig sei. Josef Loferer und Dominik Summerer sprachen sich ebenfalls für einen Bürgerentscheid aus, befürworteten aber einen neuen Supermarkt. Summerer meinte: „Wir brauchen eine zeitgemäße Nahversorgung am Ort.“ Und in Richtung Bürgerinitiative „Ja zu einem liebenswerten Riedering! Nein zu einem Riesensupermarkt auf der grünen Wiese!“ meinte er: „Mir stinkt es, dass hier von einem Riesensupermarkt gesprochen wird.“ Es drehe sich um 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Bürgermeister Häusler schaltete sich ein. Für einen Bürgerentscheid brauche es genügend Vorabinformationen, diese zu liefern, sei aber nicht Aufgabe der Verwaltung, sondern der Anbieter. Thomas Grüber wies darauf hin, dass am Ende Riedering leer ausgehen könnte, wenn man keinen Beschluss fasse. So sei es in Rohrdorf gewesen. Zudem liege Riedering recht nahe an Stephanskirchen, Einkaufen sei dann mit viel Fahrerei verbunden: „Wollen wir das?“
Michael Teubner warnte vor einem möglichen Engpass in der Nahversorgung. Häusler schloss sich an. Man müsse in die Zukunft planen, bislang hätte sich bei der Supermarktfrage auch viel um den Erhalt des kleinen Edeka-Marktes gedreht, aber der sei ja inzwischen „weg“. Auf Nachfragen Josef Lindners erklärte Häusler, dass die Informationen und die Fragen Richtung Bürgerentscheid entscheidend seien. Sebastian Hamberger befand: „Das kann doch nicht so schwierig sein!“ Dann frage man halt: „Braucht es einen größeren Lebensmittelmarkt – ja oder nein?“ Und beim Betreiber müsse es nur lauten „Edeka oder Rewe?“
Weitere Diskussion entstand darüber, ob die Betreiber ihren Standort und ihr Konzept samt Gebäude erneut vorstellen sollten. Marianne Loferer haute schließlich auf den Tisch: Die Bürger sollten darüber befinden, ob es einen neuen Lebensmittelmarkt geben solle. Über das Aussehen entscheide aber schlussendlich der Gemeinderat. Josef Loferer ergänzte, dass der Supermarkt „optisch passen“ müsse. Sollte der Bürgerentscheid am gleichen Tag wie die Landtagswahl stattfinden, dann sei Eile geboten. „Wir haben noch drei Monate und vier Tage Zeit.“
Einstimmig votierten die Gemeinderäte schließlich für einen Bürgerentscheid.