Aschau – Dichte Rauchschwaden, glühende Hitze und der Geruch nach verbranntem Holz: Es muss eine gespenstische Atmosphäre gewesen sein, die Thomas Mayer vor wenigen Tagen auf seinem Fußmarsch begleitet hat. „Im Rauch zu wandern, ist ein sehr ungutes Gefühl“, beschreibt der 27-Jährige, der bereits rund 2663 Kilometer bewältigt und dabei vier paar Schuhe und zahlreiche Socken verschlissen hat, seine Emotionen auf einer der jüngsten Etappen.
Waldbrände gefährden die Tour
Das Problem: Waldbrände entlang des Trails bremsen derzeit die Wanderer aus. So muss auch Mayer einen ungewollten Halt einlegen: „Wir warten gerade auf grünes Licht, ob wir weiterwandern dürfen“, sagt der Aschauer, der aktuell immer wieder mit Wanderern aus Lettland und Estland unterwegs ist, gegenüber unserer Zeitung.
Seit März ist der junge Mann, der für die Tour sogar seinen Job gekündigt hat, mittlerweile unterwegs – und gut im Zeitplan. „Ich hoffe, das bleibt so“, sagt der Abenteurer, der vor einigen Wochen einen Meilenstein setzte – oder im wahrsten Sinne des Wortes erreichte: Denn eine große Granitstele mit dem eingravierten Meilenstand 1325, der sogenannte Halfway-Point, markiert die Hälfte des „Pacific Crest Trails“, der über 4000 Kilometer von der Grenze Mexikos entlang des Pazifiks bis nach Kanada führt.
Von weiteren Unglücken – bereits zu Beginn seiner Tour ist ihm sein Smartphone zu Bruch gegangen – ist der mittlerweile bärtige Wanderer verschont geblieben. Tierische Erlebnisse mit Schlangen und Bären sind gefahrlos vonstatten gegangen, über Hirsche und Rehe, die ihm nachts über seine salzige Haut lecken, kann der 27-Jährige eher Schmunzeln.
Schmerzhaft sind dafür die zahlreichen Blasen an den Füßen, „die einen aber noch härter machen“. Zudem würden die vielen beeindruckenden Erlebnisse sowieso für die ganzen Anstrengungen entschädigen.
Beeindruckt hat viele Wanderer, denen Mayer auf den Etappen begegnet ist, vor allem die Zähigkeit, mit der sich der 27-Jährige Kilometer um Kilometer Richtung Ziel bewegt. Während viele Abenteurer beispielsweise die Passage durch die Bergkette der Sierra Nevada aussparen, hat sich der Aschauer dort eiskalt durch den Schnee gekämpft.
Eine perfekte Vorlage für den Spitznamen, den Thomas Mayer von anderen Tourengehern verliehen bekommen hat: Von ihnen wird Mayer, der bereits einige Kilos an Gewicht verloren hat, „T-Bone“ genannt: „T“ für seinen Vornamen, „Bone“ für seinen knochenharten Einsatz.