Heinz und Florian Spörer zu gast im Vogtareuther gemeinderat

Ein Ja mit Bauchschmerzen

von Redaktion

Der erste Antrag der Spörer AG auf Neubau eines Orthopädietechnikbetriebes mit Büro in der Krankenhausstraße in Vogtareuth rief unter den Nachbarn einen Sturm der Entrüstung hervor. Ein Riegel von rund 50 Meter Länge sollte im „Wohngebiet allgemein“ – so der Fachterminus – errichtet werden. Jetzt legte die Spörer AG einen abgeänderten Plan vor.

Vogtareuth – Nicht nur die Bürger, auch der Gemeinderat hatte den vorherigen Planentwurf abgelehnt: Zu mächtig und nicht passend für ein Wohngebiet, hieß es damals von den Gemeinderäten. Auch war unklar, wozu ein derart großes Gebäude gebraucht werde – jenseits aller Baugrenzen.

In der jüngsten Sitzung wurde nun über das Bauvorhaben erneut beraten. Diesmal lag eine deutlich abgespeckte Version vor. Allerdings werden die Baufenster immer noch überschritten. Die Inhaber, Sohn Florian und Vater Heinz Spörer, waren samt Architektin in die Sitzung gekommen, um dem Rat das Vorhaben zu erläutern. Am Ende gab es grünes Licht für die Modulbauweise.

Das Unternehmen Spörer Gesundheitsgruppe AG mit Hauptsitz in Ingolstadt bearbeitet die Felder Reha-, Orthopädie- und Schuhtechnik und bietet alle Leistungen eines Sanitätshauses inklusive „Home Care“ wie Stoma-Versorgung an. Es ist an 14 Niederlassungen tätig.

Vor neun Jahren war die Firma Spörer von Aschau nach Vogtareuth gezogen. An diesem Standort fertigt sie Prothesen (Ersatz von Gliedmaßen), Orthesen (Hilfsmittel zur Stabilisierung, Entlastung, Ruhigstellung, Führung oder Korrektur von Gliedmaßen) an.

Bisher arbeiten 42 Mitarbeiter am Standort Vogtareuth – teilweise in Containern. „Doch da macht die Aufsichtsbehörde allmählich nicht mehr mit“, so Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter. Deshalb müsse nun zügig ein neues Gebäude errichtet werden.

An diesem zweiten, neuen Standort in unmittelbarer Nähe zur Schön Klinik sollen kliniknah kleine und große Patienten versorgt werden. Neben Büroräumen wird ein „Fitting-Center“ für die korrekte Anpassung der Orthesen/Prothesen entstehen. Darüber hinaus sollen Kapazitäten geschaffen werden, um künstliche Glieder nach neuester „Back“-Technik herzustellen. Insgesamt sollen an diesem Standort etwa zehn neue Arbeitsplätze entstehen, so Heinz und Florian Spörer auf Nachfrage im Gemeinderat.

Damit das Gebäude möglichst schnell realisiert werden kann, soll es in Modulbauweise errichtet werden. „Dann könnte es in zwei Wochen Bauzeit stehen“, so Heinz Spörer. Ein weiterer Vorteil, den Sohn Florian ins Feld führte: Kaum Erdbewegungen für die notwendigen Streifenfundamente, außerdem könnten diese Module bei Bedarf rasch wieder entfernt werden. „Baulärm und Dreck entfällt weitgehend“, so Florian Spörer.

Doch die Modulbauweise hat auch einen Nachteil: Es entsteht stets ein gerasterter Bau, abhängig von der Größe der Module. So erreicht die Wandhöhe mit dem beantragten Satteldach 6,70 Meter, mit einem Flachdach 6,40 Meter. Der Bebauungsplan lässt aber eine Wandhöhe von nur 6,25 Meter zu.

Ein Modul ist 4,25 Meter breit und 12,75 Meter lang. Bei den nun geplanten sechs Modulen ergibt sich also eine Länge des Baukörpers von 25,50 Meter und 325 Quadratmetern Fläche pro Geschoss – zwei sind geplant. Daneben können Stellplätze errichtet werden, eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen. Auf weitere Baufenster müsste die Firma in dieser Variante dann verzichten, hieß es am Ende der Diskussion im Gemeinderat. Darauf wollten sich Vater und Sohn Spörer aber nicht festlegen lassen.

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