Raubling – Es war ein ganz besonderer Schultag für die Schulfamilie des Gymnasiums Raubling. Ein ganz besonders intensiver, bewegter und nachhaltiger. Seit Monaten hatten die Schüler des P-Seminars „Lauf ohne Grenzen“ gemeinsam mit Lehrer Michael Rauch den im Vier-Jahres-Rhythmus stattfindenden großen Spendenlauf zugunsten der Hilfsprojekte Little Smile in Sri Lanka und TICA in Bolivien vorbereitet.
Sponsoren mussten gefunden, Schüler, Lehrer und Eltern informiert, der Ablauf organisiert, schließlich eine Schirmherrin gefunden werden. Wer wäre hierfür besser geeignet als eine ehemalige Schülerin, die schon während der Schulzeit sportlich aktiv und erfolgreich war und dies heute noch ist? So konnte die bekannte Bogenschützin Katharina Bauer, die 2014 ihr Abitur in Raubling abgelegt hat und unter anderem Titel als Europameisterin und Vize-Europameisterin sowie mehrfache deutsche Meisterin vorweisen kann und Mitglied der Nationalmannschaft ist, als Schirmherrin gewonnen werden.
Zusammen mit Mitgliedern des P-Seminars begrüßte Katharina Bauer die in der Aula versammelten Schüler vor dem Start des Laufs und betonte die Bedeutung des Sports gerade in der heutigen Zeit, wo viele junge Leute ihre Freizeit am liebsten vor digitalen Geräten verbringen. Sie bedankte sich dafür, dass „ihre“ Schule sie immer bezüglich ihres Leistungssports unterstützt hat.
Nach einer eindrucksvollen Videobotschaft durch den Gründer von Little Smile, Michael Kreitmeir, eröffnete sie den Lauf entlang eines Rundkurses von 1000 Metern Länge mit den fünften und sechsten Klassen. Während sich die restlichen Schüler anschlossen, kamen nach unglaublich kurzer Zeit schon die ersten Läufer zur Kontrollstelle, wo sie von Lehrern und Schülern, die verletzungs- und krankheitsbedingt nicht am Lauf teilnehmen konnten, registriert wurden.
Den Schülern standen insgesamt 3,5 Stunden zur Verfügung, wobei natürlich Pausen gemacht werden durften und die Läufer sich an den großzügigen Getränke-, Obst- und Kuchenspenden der Sponsoren und der AKs „Leben“ und „Schule ohne Grenzen“ stärken oder sich von Katharina Bauer in die Technik des Bogenschießens einführen lassen konnten. Auch ließ sich in der Aula auf einer Leinwand live mitverfolgen, wie sich die einzelnen gelaufenen Kilometer zu einer schier unglaublichen Strecke addierten – veranschaulicht auf einer Weltkarte, auf der die Luftlinien Raubling-Sri Lanka, beziehungsweise Bolivien dargestellt waren.
Eine willkommene Abkühlung bei den heißen Temperaturen boten große Wasserbottiche und eine Wasserdusche aus einem Hydranten, die die Läufer begeistert annahmen, während Mitglieder des P-Seminars Schüler und Lehrer mit flapsigen Sprüchen und flotter Musik zum Durchhalten anfeuerten. Und Schüler und Lehrer waren mit Begeisterung und Ehrgeiz bis zur letzten Minute dabei.
Schirmherrin Bauer lobte das Durchhaltevermögen der Teilnehmer und erhöhte die Spendensumme nochmals um 50 Euro. Nach Auswertung der Daten konnten die Organisatoren schließlich die von den Schülern zurückgelegte Gesamtstrecke von 9413 Kilometern verkünden. Jeder Schüler erhielt im Anschluss eine Urkunde über die persönliche Laufleistung, mit der die vorher vereinbarten Spenden von Freunden und Verwandten eingefordert werden konnten.
Wandertag für
die beste Klasse
Während die Top-Leistung von 41 Kilometern von Leon Michels aus der fünften Jahrgangsstufe erzielt wurde, konnte sich die Klasse 6b über einen zusätzlichen Wandertag als Belohnung für die beste Klassenleistung freuen.
Alle Teilnehmer, Organisatoren und im Hintergrund Mitwirkenden, die bei diesem Lauf an ihre Grenzen gingen, konnten am eigenen Leib eindrucksvoll erfahren, was Michael Kreitmeir in seiner Videobotschaft als Motto für seine Arbeit in Sri Lanka vorstellte: „Nicht aufgeben, auch, wenn man meint, es geht nicht mehr – beharrlich weitermachen, dann kann man, gemeinsam, in kleinen Schritten und über einen langen Zeitraum, Unglaubliches bewirken.“
Und so wurde gemeinsam die unglaubliche Spendensumme von fast 30000 Euro erlaufen, die verwendet wird, das im Bau befindliche dreistöckige Schulgebäude im Regenwald Sri Lankas fertigzustellen.re