hauptversammlung des Wasserbeschaffungsverbands Obing:

Wasserpreis wird nicht erhöht

von Redaktion

Eine positive Bilanz zog der Vorsitzende Hubert Zeltsperger auf der Hauptversammlung des Wasserbeschaffungsverbands Obing über das vergangene Jahr. Die beste Nachricht: Der Wasserpreis wird nicht erhöht.

Obing – Die finanzielle Ausstattung des Verbandes sei mit 531000 Euro Eigenkapital sehr zufriedenstellend, man sei mit ausreichenden Rücklagen gut gerüstet für künftige Aufgaben, die Erschließung neuer Baugebiete und die Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Infrastruktur, erklärte Zeltsperger. Eine Erhöhung der Wassergebühren sei weiterhin nicht nötig. Für den verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden Josef Stettwieser wurde Josef Plank nachgewählt. Mit der Wahl des Landwirts aus Großbergham ist nun der Vorstand wieder komplett.

Guthaben gestiegen: Laut Bericht von Hubert Zeltsperger stiegen die Erträge aus den Wasserlieferungen leicht auf 236000 Euro gegenüber 233000 Euro im letzten Jahr an. Die Einnahmen aus den Erschließungsgebühren waren mit 45000 Euro überdurchschnittlich hoch. Neben den normalen Betriebskosten fielen 109000 Euro Kosten für Instandhaltungsarbeiten und Investitionen an; der Guthabenstand steigerte sich um 75000 Euro auf 415000 Euro Ende 2017.

Investitionen: Am meisten investiert wurde 2017 mit etwa 80000 Euro in eine neue Steuerung für die Wasserversorgung. Mit einer modernen Anlage können nun alle Prozesse, Leistungen und Verbräuche kontrolliert und geregelt werden, und zwar bequem über Computer oder Tablet. Durch sofortige Störmeldungen bei Abweichungen können diese leichter lokalisiert werden. Dazu wurde noch für 25000 Euro ein Notstromaggregat mit Fahrzeug angeschafft.

Auch in den kommenden Jahren stehen Leitungserneuerungen zum Beispiel in der Ameranger Straße und die Erschließung neuer Baugebiete und eines Gewerbegebietes an. 40000 Euro sind für 2018 beziehungsweise 2019 für Maßnahmen vorgesehen, um langfristig die Voraussetzungen für einen neuen Brunnenstandort in der Nähe der Pestkapelle zu schaffen. Mit erneuten Probebohrungen zur noch genaueren Bestimmung der Fließrichtung der Grundwasserströme soll den Anforderungen des Landratsamtes für die Festlegung des Umfanges des nötigen Wasserschutzgebietes entsprochen werden.

Wasserstand gestiegen: Wasserwart Gerhard Zimmermann berichtete von einer leicht gestiegenen Fördermenge von 212960 Kubikmetern, die auf die von 202200 auf 205500 Kubikmeter erhöhte Wasserabnahme zurückzuführen war; die Wasserverluste waren auf sehr niedrigen 4,14 Prozent geblieben.

Zum Wasserstand in den Brunnen erklärte Gerhard Zimmermann, dass dieser um 1,4 Meter gestiegen sei, momentan nur noch etwa 0,3 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt liege, und zwar um zwei Meter niedriger als beim Höchststand vor fünf Jahren, aber um 1,5 Meter höher als beim Tiefststand vor zwei Jahren.

Gute Wasserqualität: Über die Wasseruntersuchungen berichtete Hubert Zeltsperger, das Obinger Wasser läge in Bezug auf Rückstände von Chemikalien und auf Bakterien bei allen Parametern unter der Nachweisgrenze, auch beim umstrittenen Glyphosat. Der Nitratgehalt in den Obinger Brunnen sei mit 25 Milligramm und 24 Milligramm gegenüber 25 und 23 Milligramm im letzten Jahr etwa gleichgeblieben und liege deutschlandweit sehr gut im Durchschnitt.

In Deutschland sei der Grenzwert gegenwärtig zwar immer noch 50 Milligramm, doch werde EU-weit eine Vorgabe von 25 Milligramm angestrebt, sodass es weiterhin eine wichtige Aufgabe des Wasserbeschaffungsverbandes bleibe, in Dialog und Kooperation mit den im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirten zu erreichen, dass die guten Werte gehalten werden bzw. dass der Nitratgehalt des Trinkwassers weiter sinkt. Bisher habe die Zusammenarbeit mit den betroffenen Landwirten gut funktioniert, betonte Hubert Zeltsperger. „Unser Anliegen als Wasserbeschaffungsverband ist die Bewirtschaftung des Wasserschutzgebietes mit Wiesen. Dafür sind wir bereit, für Mindereinnahmen durch Düngeverzicht einen finanziellen Ausgleich zu schaffen.“

Fazit von Hubert Zeltsperger

Das abschließende Fazit Hubert Zeltspergers über die Situation des Wasserbeschaffungsverbandes Obing fiel sehr positiv aus: „Wir sind ein kleiner flexibler Versorger mit einer Anlage und einem möglichen zweiten Standbein, mit einem funktionierenden Schutzgebiet und einer unbelasteten gesunden Wasserqualität, die ganz ohne Aufbereitung erreicht wird. Unsere Abnehmer profitieren von einer hohen Leitungsqualität mit niedrigen Wasserverlusten, die dank der guten Kapitalausstattung kontinuierlich erhalten werden kann.“ Das führe auf Grund der schlanken Kostenstruktur zu günstigen Preisen, verglichen mit anderen Wasserversorgern. Sorge machte Zeltsperger die gesellschaftliche Tendenz, Wasser als Handelsgut zu betrachten statt als Lebensrecht. So vermisste er in dem Handelsabkommen der EU mit Japan (Jefta) eine klare und eindeutige Herausnahme von Wasser.

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