Großes Staunen löste bei den Grundschülern der Michael-Ende-Schule in Raubling das jährliche Training zum toten Winkel am großen Lkw der Spedition BTK aus. Mittlerweile gehört das Sicherheitstraining zum festen Programm vor den Sommerferien. Gemeinsam mit der Fahrschule Wimmer klärt das Rosenheimer Logistikunternehmen BTK regelmäßig über die Gefahrenstellen am Lastwagen auf. Dabei geht es besonders um den toten Winkel. In diesem Jahr waren es vier Klassen, die in Theorie und Praxis nach den toten Winkeln am Lkw suchten. Nacheinander kletterten alle Schüler ins Führerhaus des 19 Meter langen 40-Tonners. Auf dem Platz des Fahrers reckten sie ihren Hals. In den riesigen Außenspiegeln sahen sie ihre Mitschüler, bis sie in den durch Flatterbänder markierten Bereich der „toten Winkel“ traten. Immer wieder ertönt ein verblüfftes „Boah“. Die Praxis zeigte, was zuvor im Schatten des Schirmes mit Stift und Faden blanke Theorie war. „Da ist aber viel, was man nicht sieht,“ stellt einer der Zehnjährigen fest. Ein anderes Kind meint: „Ich dachte, da sind zwei Fahrer drin und einer guckt rechts aus dem Fenster.“ Wie wichtig Erfahrungen aus der anderen Perspektive sind, zeigt die Statistik. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) berichtet von 3100 Unfällen, an denen Radler und Lkw-Fahrer im Jahr 2017 beteiligt waren. Jeder dritte war ein Abbiege-Unfall, 37 mit tödlichem Ausgang, weil immer wieder Radler in den „toten Winkel“ geraten waren. Seit Juli will Bundesverkehrsminister Andreas Scheurer mit der „Aktion Abbiege-Assistent“ die Einführung beschleunigten.re