Oberaudorf – Die Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden wurde am Vormittag durch die Integrierte Leistelle Rosenheim zu einem Einsatz gerufen. Die Alarm-Durchsage „Abgestürztes Kind an der Brünnstein-Nordseite“ klang für die Einsatzkräfte zunächst dramatischer, als sich die Lage vor Ort schließlich herausstellte.
Eine Gruppe mit 13 Kindern im Alter zwischen acht und 13 Jahren aus Freising befand sich in Begleitung von drei Eltern auf dem Abstieg auf dem markierten Steig 657 vom Brünnsteinhaus in Richtung Tatzelwurm auf der Nord-Ost-Seite des Oberaudorfer Hausberges Brünnstein. Im Bereich des sogenannten „Bankerl“ rutschte der Zwölfjährige vom Pfad ab und überschlug sich dabei mehrmals im steilen Wald- und Wiesengelände.
Auch nach dem Rückruf des Bergwacht-Einsatzleiters beim Melder konnte zunächst die Art und Schwere der Verletzung des jungen Bergwanderers aus Freising nicht sicher eingeschätzt werden. Der Einsatzleiter entschied sich deshalb, zur bereits mit dem Rettungsfahrzeug ausgerückten Einsatzmannschaft noch einen Rettungshubschrauber anzufordern. Schon nach wenigen Minuten landete der Rettungshubschrauber „Heli 3“ aus dem benachbarten Kufstein-Langkampfen zur Einsatzbesprechung an der Bergrettungswache in Oberaudorf. Ein Bergretter mit Ortskenntnis stieg zu und konnte bereits im Überflug die Einsatzstelle ausfindig machen. An einer nahegelegenen Bergwiese setzte der Pilot die Bergwacht-Einsatzkraft und den Notarzt ab, die zu Fuß zur Einsatzstelle aufstiegen.
Bei dem verletzten Buben stellte sich heraus, dass dieser durch den Absturz nur eine leichte Gehirnerschütterung sowie einige Abschürfungen davongetragen hatte. Zur weiteren medizinischen Abklärung wurde der Zwölfjährige mit dem Tau des Hubschraubers gerettet und ins Klinikum Rosenheim geflogen.
Die mittlerweile mit den Bergwacht-Einsatzfahrzeugen und nach Fußmarsch eingetroffenen weiteren Bergwacht-Einsatzkräfte betreuten die anderen Kinder und Eltern und begleiteten die sichtlich unter Schock stehende Gruppe ins Tal. Insgesamt waren acht Bergwacht-Einsatzkräfte mit drei Einsatzfahrzeugen sowie der Rettungshubschrauber Heli 3 zwei Stunden im Einsatz. al