NACHRUF

von Redaktion

Frasdorf – Am Abend eines wunderschönen Sommertags endete am Tinninger See völlig unerwartet das Leben von Konrad Wörndl, dem „Jakl-Kone“ von Tauern, in Frasdorf. Die hohe Wertschätzung, die der im Alter von 70 Jahren Verstorbene erfuhr, zeigte die enorm große Schar an Kirchgängern, die sich in der Kirche St. Margaretha und auf dem Friedhof einfanden.

Das Requiem hielt Pfarrer Schorsch Hartmann aus dem unterfränkischen Giebelstadt bei Würzburg. Der Geistliche lernte Wörndl als Sommerfrischler vor 15 Jahren kennen. „Seither verbringe ich freie Tage auf dem Jaklhof. Dabei habe ich den Konrad nicht nur als Oberhaupt der Familie, sondern auch als leidenschaftlichen Jäger, als profunden Kenner der heimischen Berge und als allseits geschätzten Gesellschafter mit feinsinnigem Humor kennengelernt“, so Hartmann.

Mit sieben Geschwistern und zwei Tanten ist Wörndl auf dem Jaklhof in Tauern aufgewachsen. Schon früh erlernte er das Zupacken auf dem Hof und die Kenntnisse der Jägerei. Darüber hinaus war er ein vielseitig begabter Handwerker, was nach der Hochzeit mit seiner Frau Anne vom Hoisn in Ried und den vier Kindern und den zwölf Enkelkindern auch der weiteren Familien- und Hofentwicklung zugutekommen sollte.

Kranke und ältere Menschen besuchte er regelmäßig, hilfsbereit war er gegenüber jedermann – das war eine weitere Charakterisierung des Verstorbenen, der seine Kraft, Ruhe und Gelassenheit aus der Geborgenheit in seiner Familie schöpfte. Von 1978 bis 1996 war Konrad Wörndl Mitglied des Frasdorfer Gemeinderats. „In dieser Zeit“, so erinnerte sich Gremiumsmitglied Sepp Enzinger, „hat sich Konrad Wörndl in hohem Maße, mit Weitblick und großem Pflichtbewusstsein für Frasdorf eingesetzt.“

Am Tag vor seinem Tod noch beim Gaufest

Als Vorsitzender des Trachtenvereins dankte Enzinger für fast 50-jährige Vereinsmitgliedschaft. So war er noch einen Tag vor seinem Tod zusammen mit seiner Familie beim Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes in Rottau. Für seine vielen Verdienste wurde er bereits mit dem Ehrenzeichen des Chiemgau-Alpenverbandes ausgezeichnet. „Die Lebensfreude, das Gespür für Leute und Vieh und nicht zuletzt seine tiefe Verwurzelung in seinen Hof und in die Berge haben ihn zu einem wertvollen Trachtler und Kameraden gemacht“, sagte Enzinger.

Die musikalische Gestaltung der Trauerfeier übernahmen Bläser aus den Reihen der Blaskapelle Wildenwart sowie Mitglieder der Chiemgauer Jagdhornbläser. Am offenen Grab senkten sich zur Ehrerbietung gegenüber dem Verstorbenen die Fahnen des Trachtenvereins, der Feuerwehr und des Krankenunterstützungsvereins von Frasdorf zum letzten Gruß. hö

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