Erstes Seifenkistenrennen der Höslwanger Burschen

Die Schnecke bleibt auf der Strecke

von Redaktion

Ob in der Badewanne oder auf dem alten Milchtransportwagen – alles, unter das die Starter Räder montieren konnten, war jetzt beim ersten Seifenkistenrennen des Höslwanger Burschenvereins auf der Rennstrecke. Sieger bei den Erwachsenen: Niklas Wagenstetter mit seinem Bayernbrummi.

Höslwang – Das Geräusch von Winkelschleifern verbreitete sich in den Straßen, immer wieder erhellen Lichtblitze begleitet von Schweißgeräuschen das nächtliche Dorf. Was ist hier los?

Michael Hell und Korbinian Auer, genannt Korbo, beide 14 Jahre alt, arbeiteten von ihren Vätern unterstützt an einer Seifenkiste. Der Burschenverein Höslwang hat zum Seifenkistenrennen eingeladen und löste damit emsige Basteleien in und um Höslwang aus. Alle Freiheit bei der Gestaltung der Fahrzeuge überließ der Veranstalter den Teilnehmern. Lediglich eine Bremse mussten die Gefährte haben.

Ein alter Transportwagen für den Milchtank diente Michi und Korbo als Basis und Hinterbau. Die Reifen hatten die lange Standzeit in der Hütte nicht überlebt, wurden erneuert und erhielten auch neue Lager. Vorne machte eine Fahrradgabel samt Bremse das Unikum lenkbar. Der stylische Überrollbügel hält wohl sogar einer Überprüfung durch die Berufsgenossenschaft stand. Scharfe Kanten am Bodenblech wurden mit einem alten Feuerwehrschlauch abgedeckt. Eine stylische Lackierung in den Farben Schwarz und Rot machte das Finish perfekt.

Bestens ausgerüstet, gingen die zwei Burschen ins Rennen – Michi am Steuer, Korbo als Bremser. An den Start des Rennens für Kinder und Jugendliche gingen letztlich vier Teams, bei den Erwachsenen waren letztlich 21 Fahrzeuge am Start, um es mit der Rennstrecke an der Ameranger Straße in Höslwang aufzunehmen.

Drei- und vierrädrige Unikate rollten von der Rampe, sogar Badewannen wurden für das Ereignis umgebaut. Mehrere Hindernisse aus Strohballen und ein Plantschbecken galt es zu umfahren. Die Fahrer schenkten sich nichts und schonten weder Material noch Strecke. Das Thermometer stand weit über 30 Grad Celsius – und so mancher war froh über die Abkühlung in Form einer Wasserdusche am Zielleinlauf.

Michi und Korbo rasten in zwei waghalsigen Läufen letztlich auf Platz zwei, knapp hinter dem Team Eva Murner und Manuel Sachenbacher. Florian Hilger holte sich mit seinem Ferrari den dritten Platz.

In der Erwachsenen-Klasse über 16 Jahren lieferten sich die Starter ebenfalls ein hartumkämpftes Rennen. Die Teilnehmer setzten ihre technische Kompetenz, aber auch Kreativität in den Fahrzeugen um. An den Schikanen ging so manches Rad zu Bruch und das Wasserbecken hatte schwer zu leiden. Rollende Badewannen, Schneewittchensarg oder auch das KFD-Fahrzeug – genannt Krasse-Flamingo-Dirndl – umkurvten die Hindernisse rasant. Beim Fahrzeug „Schnecke 1“ war der Name Programm, im Zeitlupentempo den Berg hinunter musste die Ziellinie mangels Schwung mit Muskelkraft überwunden werden.

Ganz oben auf dem Stockerl landete letztlich Niklas Wagenstetter mit dem Bayernbrummi vor Bastian Huber und dem Team Daniel und Fabian Kink.

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