Kiefersfelden – Das Gebiet umfasst das Areal zwischen der Autobahn A 93 und der Eisenbahnlinie Rosenheim-Kiefersfelden und liegt direkt am Autobahnzubringer. Der Investor, die Firma Unterberger-Liegenschaften, die auch Eigentümerin des Geländes ist, hat das Büro „ATP architekten ingenieure, Innsbruck“ mit der Planung beauftragt, der Entwurf lag nun dem Gemeinderat vor und fand Gefallen.
Vorausgegangen war ein mehrere Jahrzehnte andauerndes Verfahren zwischen Investoren, der Gemeinde und vor allem dem Freistaat Bayern, bei dem am Ende der „Zielabweichungsbescheid“ stand.
Denn nur die oberste Landesplanungsbehörde kann im Einzelfall in einem besonderen Verfahren die Abweichung von einem Ziel der Raumordnung zulassen, wenn die Abweichung unter raumordnerischen Gesichtspunkten vertretbar ist und die Grundzüge der Planung nicht berührt werden, was hier der Fall war.
In einem Gespräch mit der OVB-Heimatzeitung erläuterte Bürgermeister Hajo Gruber ausführlich die Details dieses geplanten Parks, bei dem die Wünsche und Anregungen der Grenzgemeinde überwiegend berücksichtigt worden seien. Für den Rathauschef war die oberste Prämisse die „Heimat- und Naturverbundenheit der Anlage“, die sich schon im geplanten Namen „Kaiserreich Kiefersfelden“ niederschlage.
Durch den Hotelneubau auf sieben Etagen mit rund 200 Betten und dem Anbau „Genusswelten“ erhoffen sich die Kieferer ein Plus von etwa 40000 Übernachtungen pro Jahr. „Ohne diesen Hotelkomplex hätten wir dem Bauvorhaben nie zugestimmt“, war die klare Ansage des Bürgermeisters und eine wesentliche Bedingung für die Zustimmung des Gemeinderats.
Viel Holz und Grün
Die Fast-Food-Gastronomie wird baulich und landschaftlich eingepasst, dabei werde „viel Holz“ verarbeitet und es werden „beruhigende Grünbereiche“ entstehen. Die Tankstelle soll neben einer Auto-Waschanlage auch mit mehreren E-Ladestationen bestückt werden und sich mittig des Geländes platzieren.
Der direkt neben dem Hotel vorgesehene Bereich „Genusswelten“ beinhalte einzelne, spannende Erlebnisstationen und kleinere Gewerbeeinheiten wie Feinkostladen, eine Brauerei mit Biergarten, einer Kinderwelt sowie Geschäfte.
Im Gebäude „Classic-Cars“ sei eine Reparaturwerkstätte für Oldtimer und auch eine Ausstellungshalle für diese Autos vorgesehen.
Letztlich soll ein Planetarium das Ganze abrunden und so die Besucher auch zu einem längeren Aufenthalt animieren.
Eine wichtige Forderung der Gemeinde Kiefersfelden hatte bei der Planung dieses Bereichs Priorität: „Insgesamt sind nur 800 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen, pro Einzeleinheit maximal 200 Quadratmeter, denn wir wollen kein Einkaufszentrum, das dem Dorf die Kunden abzieht. Daneben war es wichtig, dass neue, qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden und dass die Gewerbesteuer im Ort bleibt“, betont der Bürgermeister. So sei dann die vorliegende Planung des Projekts „genau das gewesen, was wir uns vorgestellt haben: modern mit guter Architektur, landschaftlich eingepasst und mit viel Holz und Grün“. Und letztlich werde durch die mehrgeschossige Bauweise auch nicht zu viel Fläche verbraucht.
Zum zeitlichen Ablauf weiß Hajo Gruber, dass der Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der den Investor an die mit der Gemeinde abgestimmte Bebauung bindet, sich nunmehr im Bebauungsplanverfahren befindet. Dazu sind jetzt die Träger öffentlicher Belange, Behörden und Bürger zu beteiligen, die endgültige Genehmigung für dieses bayernweit wohl einzigartige Verfahren einer Zielabweichung liegt dann beim zuständigen Landratsamt in Rosenheim.
„Wir hoffen, dass spätestens im nächsten Jahr der Spatenstich für den neuen Gewerbepark erfolgt, was auch den Plänen des Investors Unterberger-Liegenschaften entgegen kommen würde“, meint der Rathauschef. Zeitlich sollte die bauliche Fertigstellung dann in zwei Jahren abgeschlossen sein.
„Für unsere Gemeinde bedeutet die Realisierung des Projekts die Schaffung von Arbeit im Gemeindegebiet, nachdem uns in den letzten Jahrzehnten rund 1000 Arbeitsplätze wegen der Schließung von Zement- und Marmorwerk verloren gegangen waren. Auch die Gewerbesteuer verbleibt bei uns und vor allem finden unsere Bürger jetzt eine Reihe hochwertiger Arbeitsplätze innerhalb unserer Kommune vor.“
Und das komme der Aufgabe, die sich Rathauschef Hajo Gruber ganz groß auf die Fahne geschrieben hat, sehr nahe: Die Veränderung des Dorfes Kiefersfelden vom ehemaligen Industriestandort zu einem Ort mit hoher Freizeit- und Lebensqualität. „Das ist unsere Chance, die wir nutzen müssen“, sagt Gruber.
Und dann lobt er noch die„gute partnerschaftliche Herangehensweise an das Projekt“.