Einweihung des Freizeitgeländes Westerham

Ein Areal für Alt und Jung zugleich

von Redaktion

Ganz brachgelegen ist das Gelände am alten Schwimmbad in Westerham in den vergangenen Jahren nicht. Es war schon einmal als Kinderspielplatz hergerichtet worden. Jetzt aber wurde das Areal durch entsprechenden Grundstückszukauf vergrößert und ist als Freizeitgelände für alle Generationen nutzbar gemacht.

Westerham – Neben einer Boulebahn, zwei Kletterfelsen, einem Bolzplatz sowie einem Volleyballfeld sind auf dem Gelände weitere Spiel- und Sportgeräte angelegt worden. Die bereits vorhandenen Einrichtungen konnten erhalten werden.

Jetzt allerdings muss der auf den neuen Flächen angesäte Rasen erst noch wachsen, was angesichts der Temperaturen etwas länger dauern wird. Zusätzlich wurde ein Rundweg angelegt, der oberhalb der Hangkante beim Anwesen Redel in Richtung Gewerbegebiet beginnt. Von dort führt er an der Mangfall entlang auf einem ebenfalls neuen Weg zum Freizeitgelände zurück. Er ist so gestaltet, dass er zu Spaziergängen einlädt.

Das Projekt „Freizeitgelände“ stand schon lange auf der Wunschliste der Dorfentwicklung Westerham. Ermöglicht wurde die Verwirklichung deshalb, weil der Mangfallort vor zehn Jahren in das Programm Dorferneuerung aufgenommen wurde – mit dem finanziellen Vorteil für die Gemeinde, dass das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) die Hälfte der anfallenden Kosten übernimmt.

Peter Oster als Vertreter des ALE in München, Hermann Schaberl als Sprecher der Dorfentwicklung Westerham sowie Bürgermeister Hans Schaberl würdigten den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Helfer der Dorfentwicklung und des Ortsverschönerungsvereins.

Projektleiter Holger Baumgartner erinnerte bei der Feierstunde an den schon verstorbenen Hans Ebermann, der sich im Rahmen der Dorfentwicklung sehr stark in die Planungen eingebracht hatte.

Die ehemalige Schleuse am alten Schwimmbad – auf dessen Fläche das Freizeitgelände entstand – hat die Dorfentwicklung in Eigenleistung umgestaltet und mit einer Tafel versehen, auf der das historische Geschehen nachgelesen werden kann. Mit einem ausgiebigen Spielefest konnte der Ortsverschönerungsverein den Kindern an vielen Spielstationen Freude und Gaudi vermitteln.me

Erinnerungen an das alte Schwimmbad

Freiwillige Leistungen der Bürger und Ehrenämter hat es vor allem in ländlich geprägten Gemeinden schon immer gegeben. Ein Beispiel dafür war das alte Naturfreibad in Westerham. 1938, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, packten Bürger aus den damals eigenständigen Gemeinden Feldkirchen und Vagen (dazu gehörte auch Westerham) kräftig an und bauten in der Nähe der Mangfall ein Naturfreibad. 4766 Stunden wurden für Spann-(Pferde) und Handdienste (Pickel und Schaufel) aufgewendet. 140 Meter lang, 45 Meter breit und stellenweise drei Meter tief wurde das naturnah angelegte Becken gebaut und auch das sogenannte Vorwärmebecken wurde 130 Meter lang.

Das eiskalte Mangfall-Wasser wurde dem angeschlossenen Mühlbach entnommen und dann über dieses Becken in das Freibad eingeleitet. Mit nachhaltigem Erfolg konnte es bis 1971 betrieben werden. Immerhin schon mit Duschen, Liegewiesen, Umkleidekabinen und einem kleinen Verkaufsladen. Und mit einer auch heute noch unvergessenen „Hiller-Mamm“, wie sie liebe- und dennoch respektvoll genannt wurde. Sie war damals Kassiererin, Bademeisterin und Aufsicht in einer Person.

1971 war dann endgültig Schluss mit dem beliebten Badevergnügen in Westerham. Hintergrund: Das Mühlbachwasser genügte den hygienischen Anforderungen nicht mehr, das beliebte Naturfreibad musste nach 33 Jahren geschlossen werden. Jetzt steht das Areal wieder der Allgemeinheit zur Verfügung.

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