Schild-bürgerstreich am Langbürgner see?

Rätselraten um ein Halteverbot

von Redaktion

Sommerzeit ist Badezeit. Und immer wieder kommt es an den gut besuchten bayerischen Seen zu Badeunfällen. Umso rücksichtloser ist es, wenn Autofahrer die gekennzeichneten Rettungswege zu den Seen einfach zuparken – ein Ärgernis, das immer wieder an der Nordseite des Langbürgner Sees zu beobachten ist.

Bad Endorf – Die dortige Rettungsweg-Zufahrt ist mit einer Schranke und dem Hinweis „Rettungsweg Einfahrt freihalten“ sowie einem Halteverbotsschild gekennzeichnet. Als jetzt ein Bürger Anzeige gegen einen dort parkenden Autofahrer erstattete, erhielt er von der zuständigen Polizei in Prien die Antwort: „Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie sich über das rücksichtlose Parken aufregen.“ Hinsichtlich einer Anzeige habe man hier jedoch ein großes Problem. Denn die Beschilderung sei fehlerhaft und somit rechtsunwirksam. „Obwohl es offensichtlich ist, dass man hier nicht parken soll, kann aufgrund der vorhandenen Beschilderung gegen den Pkw-Fahrer kein Verfahren eingeleitet werden.“, hieß es vonseiten der Polizei weiter.

Jetzt wird gerätselt, wer vor langer Zeit für die Aufstellung des Halteverbotsschildes, das nicht den gesetzlichen Normen entspricht, verantwortlich ist. Die zuständige Wasserwacht, der das „falsche Schild“ bisher nicht aufgefallen ist, vermutet die Verantwortlichkeit beim Freistaat Bayern, da die Rettungsgasse an einer Staatsstraße liegt. Die für die Region zuständige Marktgemeinde Bad Endorf hat bereits abgewinkt und den schwarzen Peter weiter an das Landratsamt in Rosenheim geschoben. Auch dort scheint man ratlos.

Bei einer Ortsbegehung, mit Vertretern der zuständigen Wasserwacht gestern früh erklärte die Polizei nun: „Wir werden dafür sorgen, dass die Beschilderung künftig die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.“

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