Schwabering – Und das seit sage und schreibe 25 Jahren. Bei (fast) jedem Wetter machen sich Mitglieder des Schwaberinger Vereins gemeinsam auf den Weg von Schwabering nach Rosenheim. Einmal Herbstfest und mit dem Auto zurück. „Diesmal waren wir acht Männer und zwei Frauen. Die Zahl ist immer unterschiedlich, je nach Zeit und Fitness“, sagt ihr Chef, der Oberdapperer Peter Demmel. Er nennt sich übrigens wirklich Oberdapperer.
Und „richtig schön war es wieder“, sagen er und seine Frau Anneliese bei der Ankunft im Festzelt. „Für Brave scheint eben d’Sunna!“
Ausgestattet mit gutem Schuhwerk und noch mehr guter Laune geht es für die kleine Schar – diesmal sind es zehn Mitglieder – pünktlich um zwölf Uhr in Schwabering los. „In drei Stunden wollen wir das Zelt erreicht haben. Aber das schaffen wir leicht. Es sind ja nur 13 Kilometer“, meint der 69-jährige Demmel.
Die Zahl der Wander-Teilnehmer variiert, zum Glück fahren aber auch etliche Moosdapperer mit dem Auto Richtung Herbstfest. „Die nehmen uns Wanderer dann wieder mit. Jeder kommt heim“, versichert der Oberdapperer. Für alle sei es Ehrensache, bei der Wanderung dabei zu sein. Freilich gebe es Mitglieder, die aus Altersgründen oder weil sie fußlahm sind, nicht mitgehen können. „Aber die treffen wir dann im Festzelt wieder.“
Kaum haben mittags die zehn den Kirchplatz hinter sich gelassen, beginnen sie auch schon mit der gemütlichen Unterhaltung. „Einer erzählt einen Witz, ein anderer ratscht, manche sind so ins Gespräch vertieft, dass sie zurückbleiben und wieder andere packt der Hunger“, erzählt Peter Demmel. Da werde dann unterwegs nicht lange gefackelt und schwups ein Apfel vom Baum gemopst. Auch Birnen seien nicht schlecht. „Es liegt ja viel unten am Boden. Das heben wir einfach auf“, beschwichtigt der Oberdapperer. Denn „Diebe“ seien sie nicht. Darauf legt er wert.
Etwa auf halbem Weg werde bei einer Bekannten „eingekehrt“. Dort gibt es etwas zu trinken, dann geht es aber ohne langen Aufenthalt weiter. „Wir wollen ja aufs Herbstfest.“
Und die Vorfreude aufs Bierzelt steigt mit jedem zurückgelegten Meter. „Unser Weg – übrigens immer der gleiche seit 25 Jahren – über die Felder mitten durch die Natur versetzt uns alle in eine harmonische Stimmung“, sagt Demmel. Es geht von Schwabering über Reischach nach Rotterstetten, von dort nach Högering zum Schloßberg, dann über die Innbrücke nach Rosenheim. „Endlich haben wir die Stadt erreicht. Das riecht man schon. In der Natur duftet es einfach ganz anders“, erklärt Anneliese Demmel. „Erst auf Höhe des Romed-Klinikums riecht und hört man das Herbstfest“, lacht die 67-Jährige.
Von dort laufen dann die Füße schneller und fast wie von alleine. „Wir haben es diesmal wieder leicht in der vorgegebenen Zeit geschafft. Ohne Blessuren oder Blasen. Wir hatten wieder eine schöne Wanderung und haben uns gut unterhalten. Fit wie ein Turnschuh war auch wieder eines unserer ältesten Mitglieder, die Traudl Taubenberger.“ Zufrieden blickt der Oberdapperer zurück. Jetzt aber lockt eine kühle Mass Bier und eine Brotzeit. „Prosit!“ ruft dazu passend der Dirigent der Dreder Musi.