Aschau – 10000 Kilowattstunden Energie pro Jahr liefert die Solaranlage auf dem Dach des Aschauer Seniorenheims Priental. Eine stolze Zahl, wie David Schmidtner, Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie Chiemgau (BEC) und Klimaschutzmanager der Gemeinden Aschau und Bernau, bei der Übergabe der Bürgersolaranlage findet. Auch dringend nötig, so Schmidtner, denn das Seniorenheim verbrauche sehr viel Strom.
Da kommt der 100-prozentige Sonnenstrom gerade recht, ist dieser doch sozusagen umsonst. Jetzt wurde diese Anlage – die vierte in Aschau – in Betrieb genommen. Die ersten beiden Fotovoltaikanlagen auf den Dächern des Rathauses und der Preysing-Grundschule laufen bereits seit knapp einem Jahr, die dritte steht auf dem Dach der Kindertagesstätte Spatzennest und wurde im Frühsommer hochgefahren.
Schon die bisherige Energiebilanz kann sich sehen lassen, wie Bürgermeister Peter Solnar zusammenfasst. „Mit der Anlage auf dem Rathausdach erzeugen wir 50 Prozent des Stromes, den wir das Jahr über im Rathaus benötigen.“ Und die Anlage auf dem Dach des Spatzennests erzeuge rund 70 Prozent des Stroms, den die Tagesstätte jährlich brauche. Und da das Seniorenheim sehr viel Strom verbrauche, könne man mit dem kostenlosen Sonnenstrom schon viel einsparen.
„Der Strom der Solaranlage wird zu 99 Prozent sofort und direkt verbraucht“, ergänzt Schmidtner. Zusammen mit seinen Stellvertretern Georg Beyschlag und Philipp Ramming sowie Ulrich Unterforsthuber vom Unternehmen, das die Anlage installiert hat, und Wolfgang Rohrmüller, Leiter des Aschauer Seniorenheims, stehen die sechs Herren dann in luftiger Höhe auf dem Dach und bewundern nicht nur die Aussicht auf Berge, Kirchturm und Ort, sondern mehr noch die nach Süden und Westen ausgerichteten Fotovoltaikanlagen.
Auf dem Weg in den Keller, wo sich der Zähler der Anlage in einem kleinen und unscheinbar wirkenden Kästchen verbirgt, fasst Schmidtner kurz das Konzept der BEC zusammen. Solarenergie sei die billigste Energiequelle in Deutschland, und Solarstrom mit eigenen Mitteln vor Ort zu erzeugen, sei da ein guter Ansatz.
Die BEC, die sich im März 2017 gründete, habe mittlerweile über 200 Mitglieder, die sich mit einer Mindesteinlage von 250 Euro an der Genossenschaft beteiligen. Die an der BEC-beteiligten Gemeinden Aschau, Frasdorf und Bernau stellen die Dächer gemeindlicher Gebäude zur Verfügung, die Genossenschaft errichtet die Fotovoltaikanlage und die Gemeinde wiederum mietet die Anlage von der Genossenschaft und betreibt diese.
Drei Gemeinden an der BEC beteiligt
Dass die drei Gemeinden der BEC-Genossenschaft beigetreten seien, bezeichnet Schmidtner als wichtigen Beitrag zur Energiewende. Nehmen die Gemeinden doch damit eine Vorreiter- und Vorbildrolle ein. Der Klimaschutzmanager betont, dass Bürger – auch wenn sie kein Dach zur Verfügung stellen können – mit der Zeichnung von Anteilen einen Beitrag zur Energiewende beitragen können, sei es finanziell oder durch ihren persönlichen Einsatz. Schmidtner: „Dass jetzt auch die ältere Generation bei der Energiewende mitmacht, ist da ein sehr positives Signal und Ansporn.“