Aschau – Lang und breit wurde der Antrag der Feuerwehr, eine Drehleiter anzuschaffen, in der jüngsten Aschauer Gemeinderatssitzung diskutiert. Schon im Juli hatte Kreisbrandrat Richard Schrank Aschaus Feuerwehr informiert, dass es derzeit hohe Zuschüsse für eine Drehleiter gebe, da sich auch der Landkreis mit einer Stützpunktförderung an der Beschaffung beteilige.
Heinrich Scheck von der Verwaltung fasste den Sachstand zusammen. Falls man sich mit der Gemeinde Rott bei der Anschaffung zusammentue, gebe es einen weiteren Zuschuss in Höhe von 22500 Euro, so dass auf die Gemeinde statt der eigentlichen Kosten einer Drehleiter in Höhe von rund 600000 Euro auf die Gemeinde nur 217500 Euro entfielen. Die Unterhaltskosten beliefen sich auf 1500 Euro pro Jahr, hinzu komme eine Inspektion mit circa 15000 Euro alle zehn Jahre.
Unterhaltskosten
von 1500 Euro
Ein Drehleiterfahrzeug sei mit drei Personen zu besetzen. Sinnvoll sei in diesem Zusammenhang auch ein Maschinistenlehrgang für feuerwehrdienstleistende Bauhofmitarbeiter. Zudem sei im Feuerwehrgebäude ein Stellplatz für ein Drehleiterfahrzeug vorhanden. Im Zuge eines zu aktualisierenden Fahrzeugkonzepts könne man dann ein anderes Fahrzeug reduzieren.
Kreisbrandrat Richard Schrank und Aschaus Feuerwehrkommandant Tobias Brinkmann, die zu der Sitzung geladen waren, fügten dem noch hinzu, dass es auf Gemeindegebiet zehn Sonderobjekte sowie zahlreiche Baudenkmäler und landwirtschaftliche Anwesen gebe, die es im Falle eines Brandes zu schützen gelte. Dazu komme noch der vom Gesetzgeber geforderte zweite Rettungsweg, der für Gebäude ab einer Höhe von über acht Metern gelte. Und Gebäude in dieser Größenordnung gebe es in Aschau auch einige.
Auf einer Karte erläuterte Schrank, wo es schon im Landkreis Drehleitern gebe. Entlang des Streifens Feldkirchen-Westerham bis Rosenheim sei dies abgedeckt, aber ansonsten gebe es noch weiße Flecken in Rott, Aschau und das Inntal von Raubling bis Kiefersfelden. Der Rotter Gemeinderat habe hierzu schon einen positiven Beschluss gefasst und im Inntal liefen bereits Gespräche.
Erstes Ersuchen
bereits 2014
Auf Nachfragen Peter Thaurers (CSU) und Andreas Schmid (CSU) erklärte Schrank, dass die Gemeinde für den Brandschutz verantwortlich sei. Schon 2014 habe es ein Ersuchen um eine Drehleiter gegeben. Nun gebe es einen zweiten Versuch: „Man reicht der Gemeinde die Hand. Man muss nur mal mit offenen Augen durch die Gemeinde gehen.“ Zudem habe die Feuerwehr Aschau mit 66 aktiven Mitgliedern und sechs Anwärtern genügend Personal.
Max Pfaffinger (FWG) hakte nach, warum nicht Frasdorf, das viel „wirkungsvoller“ sei, als Stützpunkt gewählt worden sei, immer sei Aschau als Standort gefordert. Das koste viel Geld, die Gemeinde könne doch „nichts für die Höhe der Gebäude“.
Markus Heinrich von der Verwaltung und Schrank sagten hierzu, dass ein zweiter Rettungsweg nachzuweisen sei, dies sei nun mal Gesetzeslage. Schrank: „Meine Aufgabe ist es, für Bürger Sicherheit zu schaffen.“ Außerdem habe Aschau einige hohe Gebäude.
Die weitere Diskussion drehte sich um das neu aufzustellende Fahrzeugkonzept, die Finanzierbarkeit und die Wintersicherheit einer Drehleiter. Philipp Sanner (PTL) befand ein Zusammengehen mit dem Inntal als Möglichkeit, Dr. Silke Helfmeyer (FWG) forderte mehr Zeit und mehr Informationen, auch bezüglich der Einstellung in den Haushalt.
Auf den Seitenhieb Werner Runtes (CSU), dass die Gemeinde Geld raushaue, wenn die Gemeinde doch dem Brandschutz verpflichtet sei, entgegnete Schrank, dass „Brandschutz vor Sporthalle“ gehe. Bürgermeister Peter Solnar verbat sich die Wortwahl „Geld raushauen“. Zu Schrank und Brinkmann erklärte er: „Ich weiß Ihr Engagement zu schätzen.“ Aber er wolle erst das Fahrzeugkonzept verbindlich umändern, und dann solle das Gremium weiter darüber befinden.