Bad Endorf – Mit übergroßer Mehrheit, nämlich mit 19:1 Stimmen, votierte der Marktgemeinderat Bad Endorf für den Neubau einer Grund- und Mittelschule inklusive Hort am Standort neben dem Sportzentrum. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt dazu Bürgermeisterin Doris Laban der OVB-Heimatzeitung. Und dabei weiß sie und der Marktgemeinderat auch Rektor Maximilian Schweiger und die Hortleitung hinter sich. Allerdings sammelt eine neu gegründete Initiative „Grundschule und Hort in der Ortsmitte von Bad Endorf“ Unterschriften gegen die Neubaupläne. Eine Infoveranstaltung zu dem Thema findet morgen, Dienstag, um 19 Uhr im Kultursaal statt.
Was spricht für die Zusammenlegung von Grund-und Mittelschule am Sportzentrum?
Eine Zusammenlegung auf den gemeindeeigenen Flächen wurde bereits von unseren Vorgängern vor vielen Jahren geplant und bietet sich mit Blick auf die dafür dort bereitstehenden Flächen auch an, zumal auch die Schulsportanlagen dort bereits darauf ausgerichtet sind. Diese Synergie ist unter diesen Rahmenbedingungen zudem finanziell leistbar, zumal sich das Raumkonzept auch von aufeinander abgestimmten Flächen- und Raumnutzungsmöglichkeiten aufbaut.
Schul- und Hortleitung sowie der Marktgemeinderat sind für den Neubau. Aber: Ist eine kleine Schule nicht besser für Abc-Schützen?
Der ausdrückliche Wunsch der Schul- und Hortleitung ist es, diese Zusammenlegung vorzunehmen. Das Thema Geborgenheit für unsere Abc-Schützen zu vermitteln, ist bei der Neuplanung besonders berücksichtigt. Auch beim Neubau wird der Bereich der Grundschule und der Mittelschule weitestgehend getrennt sein, etwa durch die Gestaltung von zwei Pausenhöfen. In den beiden nebeneinander errichteten Gebäuden wird es zudem klein gestaltete Einheiten geben, die durch diese Gestaltung selbst noch mehr Geborgenheit vermitteln. Es gibt also keine „Riesenschule“.
Wie sieht es mit Fördermitteln aus, wie mit dem Kostenplan?
Es gibt einen ersten vorläufigen Kostenplan/Kostenschätzung der Planungsgruppe, der erst noch näher abgestimmt werden muss. Den finalen Kostenplan wird es erst nach Abschluss der Planungsleistungen geben, daher kann ich jetzt keine gesicherten Zahlen nennen. Die Höhe der Fördermittel ist bei Neubauten an maximal förderfähige Flächen und Kostenpauschalen ausgerichtet. Die Höhe kann man daher bereits jetzt relativ genau bestimmen.
Bei einer Beantragung in 2018 bekämen wir voraussichtlich aufgrund eines Fördersatzes von 55 Prozent für das Schulzentrum rund 12,5 Millionen Euro und für den Kindergarten zwischen Katharinenheim und REWE 1,8 Millionen Euro. Bei einer Beantragung in 2019 bekämen wir voraussichtlich aufgrund eines Fördersatzes von 47 Prozent für das Schulzentrum 10,7 Millionen Euro und für den Kindergarten 1,6 Millionen Euro. Also finanziell eine Differenz von zwei Millionen Euro aufgrund des Zeitpunktes der Antragstellung für die Förderung. Weitere drei Millionen Euro kämen hinzu, wenn es keine Zusammenlegung der Standorte geben würde und die Grundschule an einem anderen Standort errichtet werden würde.
Achtgruppige Kindertagesstätte: Mit wie vielen Kinder wird gerechnet? Wie viele Einrichtungen gibt es in Bad Endorf?
Es gibt fünf Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen in Bad Endorf: Das Katharinenheim mit einer Gruppe in Hirnsberg, zwei Gruppen am Kirchplatz, eine Gruppe in der Hochriesstraße 6 Gruppen in der Katharinenheimstraße; einen Waldorfkindergarten mit zwei Gruppen; einen Waldkindergarten mit einer Gruppe sowie eine private Krippe in Hemhof mit zwei möglichen Gruppen, und ein Hort mit drei Gruppen.
Kindergartenplätze laut Betriebserlaubnis (Stand April 2018: Kirchplatz 50, Hirnsberg 27, Katharinenheim136(inklusive Hochriesstraße 30 Plätze), Waldorfkindergarten 37, Waldkindergarten 27. Summe Kindergartenplätze: 277.
Insgesamt mit Hort und Krippenplätzen: 404.
In den Neubau ziehen die zwei Gruppen aus dem Container und die zwei Gruppen aus dem Altbau Katharinenheim. Die restlichen vier Gruppen des Neubaus sind für den ab 2019 prognostizierten Bedarf aufgrund von Geburtenzuwachs und Zuzug.
Welche Konsequenzen gibt es für die Ortsentwicklung, wenn das neue Schulzentrum entsteht?
Die Umsetzung dieser Planung bietet für die weitere Ortsentwicklung große Vorteile. Im Ortskern kann so mehr neuer Wohnraum für alle Generationen entstehen. Zusammen mit der kürzlich beschlossenen sozialen Wohnbebauung in der Chiemseestraße wird der Wohnungsmarkt in Bad Endorf etwas entspannt werden können. Die zusätzliche Belebung kommt letztlich auch dem wirtschaftlichen Leben zugute.
Interview: Sigrid Knothe