Anerkennende Worte gab es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Stephanskirchen aus allen Fraktionen für Kämmerer Philipp Brück. Er hatte dem Gremium die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2017 vorgelegt.
Bescheidener Jubel über Super-Haushalt
Stephanskirchen – „An der Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenhaushalt kann man gut ablesen, wie gut es um den Haushalt steht“, erläuterte Brück noch im März im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Zuführung liegt in Stephanskirchen für das Haushaltsjahr 2017 weit über dem Ansatz. Statt der erwarteten 1,04 Millionen betrug das Ergebnis gerundet 4,8 Millionen. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf rund 32,6 Millionen und fiel damit um knapp sechs Millionen Euro höher aus als erwartet.
Dennoch herrschte in Stephanskirchen keine Euphorie unter den Gemeinderäten. Georg Plankl, Geschäftsleiter, erklärte den Grund für die bescheidene Zurückhaltung: „Wir haben große Aufgaben vor uns“, beschrieb er die Lage, „Zu großzügig sollten wir nicht sein. Die Schule ist zu klein, ein neues Feuerwehrhaus ist vonnöten, der Kanal Haidholzen noch nicht hergerichtet und dann sind da noch die hohen Rücklagen.“
Petra Schnell, CSU-Fraktionssprecherin, sah das ähnlich. Sie benannte ebenfalls die Rücklagenentwicklung als „Riesenproblem“, hoffte jedoch, dass der Kämmerer dank seiner beruflichen Vergangenheit als Banker die besten Voraussetzungen mitbringe, auch künftig bei der Finanzplanung die richtigen Schritte zu gehen. „Wir müssen uns künftig aber auch für bezahlbaren Wohnraum, für Senioren und in der Pflege engagieren“, mahnte sie.
Hubert Lechner (Parteifreie Bürger Stephanskirchen) betonte bei aller Begeisterung über den Haushalt ebenfalls, „die Schwankungen nach unten kommen sicher wieder“.
Margit Sievi erklärte für die SPD, dass es bei einer Gewerbesteuereinnahme von über sechs Millionen Euro an der Zeit sei, im Gegenzug das Gewerbe zu unterstützen. „Was können wir den Gewerbetreibenden zurückgeben?“, fragte sie in die Runde und antwortete für sich: „Wir sollten Wohnraum schaffen, auch solche, die für den Mittelstand bezahlbar sind, nicht nur Häuser mit Garten. Außerdem braucht es Investitionen der Gemeinde in den Pflegebereich, die Kinderbetreuung, die Turnhalle. Das ist etwas für die Bürger.“