Nach einer Brückenprüfung in Flintsbach erhielten sechs von 20 Brücken die Bewertung „noch ausreichend“, vier von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand. Die andere Hälfte ist in einem sehr guten bis befriedigenden Bauwerkszustand, so das Ergebnis der Ingenieure.
Jede zweite Brücke nicht befriedigend
Flintsbach – Ohne die Vielzahl von Brücken, über Bäche oder Gräben, wäre eine Erschließung vieler Wohngebiete und landwirtschaftlicher Flächen nicht möglich. Sie sind Tag für Tag Wind, Wetter, Gewässer und der Last ihrer Benutzer ausgesetzt. Dabei stehen Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Funktionstüchtigkeit an erster Stelle. So schreibt dann auch der Gesetzgeber ihre regelmäßige Prüfung vor.
Der Großteil aller zu prüfenden Brücken steht in der Unterhaltspflicht der Gemeinden. So auch in Flintsbach. In der letzten Gemeinderatssitzung informierte Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher über die Untersuchung und über das Ergebnis. Insgesamt wurden 20 Brücken durch das Ingenieurbüro Michael Stief aus Rosenheim geprüft. Handlungsbedarf sieht Michael Stief bei vier Bauwerken.
Der Brücke über den Markbach am Rande des Gletschergartenweges wurde ein nur ungenügender Bauwerkszustand attestiert. Allerdings sei die Stand- und Verkehrssicherheit der Brücke unter der Berücksichtigung der bereits festgelegten Gewichtsbeschränkung auf drei Tonnen gerade noch gegeben, stellte das Ingenieurbüro in seinem Bericht fest.
Ungünstig auf die Statik und die Stabilität des Bauwerks würde sich der vorherrschende schwere Baustellenverkehr und landwirtschaftliche Verkehr auswirken. Daher sei die Dauerhaftigkeit des Bauwerks erheblich beeinträchtigt und eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll.
So beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, eine Kostenschätzung für einen Neubau einzuholen. Das neue Bauwerk solle dann für 30 Tonnen ausgelegt werden.
Ähnlich geht es der Straßenbrücke über den Förchenbach im Verlauf des Förchenbachweges. Auch hier wurde festgestellt, dass wegen der bereits massiven Schädigung des Überbaus eine Sanierung nicht mehr sinnvoll ist und eine Erneuerung in Erwägung gezogen werden sollte. Wegen der bereits festgelegten Verkehrseinschränkung auf 1,5 Tonnen, sei diese aber gerade noch gegeben. Im Gemeinderat wird derzeit in diesem Fall kein weiterer Handlungsbedarf gesehen.
Die Betonoberfläche des Überbaus der Straßenbrücke über den Markgraben an der Äußeren Innstraße kann mittels Reparaturbeton wiederhergestellt werden.
Ebenfalls nicht so gut geht es der Wirtschaftswegebrücke über den Markbach in Höhe der Fischbacher Turnhalle. Das Ingenieurbüro stellte abschließend fest, dass allgemeine Sanierungsarbeiten an den Brückenbauwerken notwendig seien, da an den meisten Brücken Beton abplatzt und freiliegende Bewehrungen festgestellt wurden.
Die festgestellten Unterhaltsarbeiten sollen, soweit möglich, vom gemeindlichen Bauhof ausgeführt werden. Um einem Investitionsstau entgegen zu treten, werden die Maßnahmen an den Brückenbauwerken nach und nach durchgeführt, so Lederwascher.