von Redaktion

Comedy-Duo „Steckerlfisch und Schlagsahne“ feierte 20 Jahre Bühnenerfolge

Das Comedy-Duo „Steckerlfisch und Schlagsahne“ auf der roten Couch bei ihrer Geburtstagsfete. Genüsslich hörten sie ihren „Kollegen“ zu.

Mit dem Charme des Alltäglichen

Söllhuben/Rosenheim – Wer geht nicht gerne auf eine zünftige Geburtstagsfete mit „coole Typen“? Richtig: fast alle. So war auch der große Saal beim Höhensteiger in Westerndorf-St. Peter rappelvoll, als das Comedy-Duo „Steckerlfisch und Schlagsahne“, das weit über die Rosenheimer Grenzen hinaus bekannt ist, seinen 20. Bühnen-Geburtstag feierte. Und das gleich zweimal. Zunächst beim Hirzinger in Söllhuben mit Max Olbrich, Atze Bauer und Roland Hefter.

Am zweiten Abend waren als Bühnen-Gäste Andrea Limmer, ein Wirbelwind aus Niederbayern, die Kabarettistin Franziska Wanninger und der Liedermacher Roland Hefter gekommen. Apropos Hefter: Für den Frauenschwarm gab’s hinter der Bühne eine Torte. Er hatte an diesem Abend wirklich Geburtstag!

Wie es sich für eine Sause gehört, startete der Abend mit Gold und Glitter und einem feierlichen Einzug der „Gladiatoren“ zu dramatischer Musik. Und dann ging es „im Ring“, also auf der Bühne, gleich Schlag auf Schlag.

Doch zunächst nahm Steckerlfisch und Schlagsahne kapriziös auf der roten Couch mitten auf der Bühne Platz und erklärte: „Wir wollen uns heute einmal feiern lassen.“ Frei nach dem Motto: Wir sind gespannt, was ihr uns zeigt.

Und ebenso gespannt waren auch die Zuschauer im Saal. Und sie wurden nicht enttäuscht. Selten dürfte es eine solch attraktive Mischung aus Sketchen (Steckerlfisch und Schlagsahne), Liedern (Roland Hefter, Andrea Limmer), Kabarett (Franziska Wanninger) und Situationskomik gegeben haben. Zum Schluss spendeten die Gäste für den unterhaltsamen Abend viel Applaus und forderten Zugaben.

Andrea Limmer war als erste am Start. Ihr fiel die Aufgabe des Warm-up zu. „Aha, heute also betreutes Freuen.“ Schnell hatte die Kabarettistin, aufgewachsen zwischen Ober- und Niederbayern, und dem besonderen Gespür fürs Zwischenmenschliche, das Publikum im Griff. Mit lauter Stimme schmetterte sie ihr Lied „Über die Liebe“ ins Mikro. Und natürlich musste auch das Publikum ran. Wegducken ließ sie nicht gelten und so sangen, krächzten oder trällerten die Gäste den Kurzrefrain nach. Die Männer sangen Lie, Lie, Lie. Dann folgten die Frauen mit be, be be. Oder doch bäh? „Der letzte Rest der Liebe“, fragte die Musikkabarettistin ungeniert ins Publikum.

Schlagfertigkeit bewies sie im Gespräch mit einem Gast vorne an der Bühne. Wo er denn herkomme, wollte sie wissen. Aber so ganz hat sie ihn wohl nicht verstanden. „Wo? Tattershausen? Na, des derf ma ned sogn.“

Auch Roland Hefter bewies Situationskomik. Als gleich zu Beginn seines Auftritts das Mikro streikte und keine Ersatzbatterie zur Hand war, klärte er das Publikum auf: „Den Ingenieur kenn i, der wohnt in Prutting. Der kimmt glei wieder.“

Doch dann klappte es und der Münchner Liedermacher sang seinen umjubelten Hit „Des is jedem scho passiert.“ Er dozierte über das Leid von Single-Socken und über Erlebnisse im Computertomograf: „Also kurz in die Röhre geschoben, aber immer wieder rausgeworfen. Auf der Digitalanzeige stand dauernd: Flasche nicht erkannt.“

Franziska Wanninger, eine Kabarettistin mit dem speziellen Händchen für das Skurille im Alltäglichen, erzählte von Tante Elfriede und ihrem Geiz, der ihr bis ins Grab folgt: Schließlich wird sie nur halb beerdigt, damit sie die Grabpflege noch selbst übernehmen kann. Und auch beim Allerweltsthema Bluse gleitet Wanninger mühelos ins Bitterböse: Eine Bluse, die nicht mehr passt, wird halt im Schrank aufgehängt. Und wie schaut es mit einem Partner aus, der nicht mehr passt? „Wer den aufhängt, kommt ins Gefängnis. Das ist der Unterschied.“

Eher vordergründig, nämlich um handfeste Tatsachen, sprich die Röllchen in der Körpermitte, ging es dann beim Geburtstags-Duo zu. Unnachahmlich: ihr Sketch „Abspecken“. Endlich findet die Gattin einen Dreh, wie sie problemlos abnehmen kann – sie schwimmt. Doch dass ihr da die Enten die zugeworfenen Brotbröcklein einfach wegschnappen – unerhört. Und der Gatte zeigt kein Verständnis für sie. Das ist erst recht schlimm! Schließlich stellt die „Schlagsahne“ fest: „Wenn ich satt bin, bin ich friedlich.“ Der Gatte, der „Steckerlfisch“, staunt und das Publikum spendet spontan donnernden Applaus!

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