Mit ihrem Votum gegen den Bau der Sporthalle in der aktuellen Planung haben die Bürger eine klare Richtung vorgegeben. Nun sollte das Augenmerk des Gemeinderats aber nicht nur auf einer zügigen Umsetzung des Bauvorhabens liegen.
Mindestens genauso wichtig ist es, endlich die Arbeit im Gremium auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Denn die Risse, die durch den Gemeinderat gehen, sind tief. Um das fragile Gebilde nicht zum Einsturz zu bringen, sollte jedes Mitglied Eitelkeiten zurückstellen und sich selbst hinterfragen.
Statt mit Argumenten zu überzeugen, verrannten sich die CSU-Vertreter beispielsweise in unnötige Anträge, die nur darauf abzielten, den Rathauschef zu provozieren. Ebenso kritisch: Das Bollwerk der anderen Parteien, die scheinbar bei nahezu allen Entscheidungen Fraktionszwang über das Wohl der Gemeinde stellten.
Auch Bürgermeister Peter Solnar trägt Schuld am Dilemma. Statt einend zu wirken, vermutete er hinter jeder Kritik und konträren Meinung einen persönlichen Angriff. Was dazu führt, dass er sich immer weiter von Teilen des Gremiums und seiner Verwaltung entfernt.
Vielleicht besteht – zum Wohle Aschaus – noch die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen. Gelegenheit, ihren guten Willen unter Beweis zu stellen, haben die Gremiumsmitglieder beim Umplanen der Halle. Sollte auch da eine Zusammenarbeit ohne Schmutzeleien und persönliche Befindlichkeiten nicht möglich sein, sollten die Ratsmitglieder ernsthaft über eine Einschätzung nachdenken, die eines ihrer Mitglieder jüngst geäußert hatte: „So schlecht, wie wir unsere Arbeit machen, müssten wir eigentlich alle zurücktreten.“