Aschau – Mit Freude, Pragatismus und Verärgerung haben Verantwortliche und Betroffene am Tag nach dem Ja zum Bürgerentscheid auf den Wahlausgang reagiert. Mehrheitlich hatte die Bevölkerung die Sporthallenplanungen des Gemeinderats abgelehnt und dem Gremium den Auftrag erteilt, eine günstigere Version zu verwirklichen (siehe Kasten).
„Meine Stimmung ist natürlich gut“, beschreibt Georg Westenthanner, der gemeinsam mit Dieter Gut und Christa Clarin das Bürgerbegehren initiiert hatte, seine Gefühlslage nach dem Votum. Dass es eine knappe Entscheidung geben würde, hatte der CSU-Vorsitzende schon lange vermutet. „Ich bin natürlich erleichtert, dass die Mehrheit der Bürger letztlich unserer Ansicht gefolgt sind.“
Appell an den
Gemeinderat
Westenthanner hofft, dass der Gemeinderat, in dem er selbst Mitglied ist, so schnell wie möglich mit den Umplanungen beginnt. Wichtig sei, dass sich das Gremium nun offen für die Ideen zeige, wo der Rotstift angesetzt werden kann. Schließlich sei angesichts der exsistierenden Pläne eine komplette Neuplanung nicht notwendig.
„Wir müssen sicher nicht bei Null anfangen“, teilt Aschaus Bürgermeister Peter Solnar die Einschätzung des CSU-Vorsitzenden. Er habe trotz des Wahlausgangs „gut geschlafen“ so der Rathauschef gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Auch wenn er stets die aktuellen Hallenplanungen unterstützt hatte, sieht er die Entscheidung pragmatisch. „Wir werden den Wunsch der Bürger akzeptieren und uns so schnell wie möglich mit gleicher Energie an die Überarbeitung der Pläne machen“, verspricht der Bürgermeister.
Dass durch das Votum viel Zeit und Geld verloren sei, glaubt Solnar indes nicht. 300000 Euro habe die Gemeinde bislang in den Planungsprozess investiert. „Nachdem wir auf den aktuellen Entwurf aufbauen können, war das nicht umsonst.“
Umsonst – ein Wort, das laut Tobias Plankl, vor wenigen Wochen zum neuen Vorsitzenden des WSV Aschau gewählt – perfekt auf das Bestreben des Sportvereins nach neuen Räumlichkeiten in den vergangenen Jahren passt. „Wir haben fünf Jahre bei der Halle mitgeplant. Hätten wir gewusst, dass das nichts wird, hätten wir schon was eigenes“, so Prankl. „Somit sind fünf Jahre verschenkt gewesen.“
Auf seinen Verein – vor allem auf die Fußballabteilung – sieht er aufgrund des Wählervotums schwere Zeiten zukommen. „So bald die alte Halle mit den Kabinen abgerissen wird, sind wir heimatlos“, zeichnet der WSV-Vorsitzende ein düsteres Bild, gibt sich aber dennoch kämpferisch: „Wir werden uns so schnell wie möglich in der Vorstandschaft zusammensetzen und halt wieder bei Null anfangen.“
WSV mit
düsterer Prognose
Letztlich glaubt Prankl aber, dass die Entscheidung nicht nur für den WSV, sondern für die gesamte Kommune zum Bumerang werden könnte. „Wir werden eine Halle bekommen, die keiner will und keiner braucht“, prophezeit der Aschauer. Prankl: „Wenn ich es mal angelehnt an FDP-Vorsitzenden Christian Lindner sage: Es ist besser, nicht zu bauen, als falsch zu bauen.“