Neubeuern – Eine überaus große Trauergemeinschaft fand sich ein, um Elisabeth Estner, Fallenderin von Entleiten, das letzte Geleit zu geben. Die Aufgabe um den elterlichen Hof, den sie nach der Hochzeit 1954 zusammen mit ihrem Mann weiter betreute, war ihr Lebenswerk und Lebensaufgabe.
Die Größe des Anwesens, mit dem weiten Blick in das Inntal, machten den Zuerwerb nötig, sodass ein großer Teil der Arbeit ihr verblieb. Zudem oblag ihr die Sorge um die Familie mit fünf Kindern, die es zu betreuen galt. Der Kreislauf des Arbeitslebens auf dem Hof und die Natur bestimmte ihr Leben. Für die Dorfgemeinschaft von Entleiten, Saxenkam und Obersachsenkam war der Fallenderhof für mehrere Generationen ein Treffpunkt.
Pfarrer Christoph Rudolph vermittelte den tiefen Stellwert, den ihr Glaube und Gottvertrauen gaben. Hier fand sie Halt und Wertschätzung. Dies war für sie eine Einheit und Quell für neue Kraft, so der Geistliche. So galt es, den Freitod eines Sohnes und den Unglücksfall eines weiteren Sohnes zu verarbeiten. Stille Bescheidenheit und Freundlichkeit zeichnete Elisabeth Estner aus, wann immer sie in der Dorfgemeinschaft war. Der Hausgarten vor dem Hof mit den blühenden Blumen, den sie bis vor wenigen Jahren bearbeitete, war ihr Ausgleich und Stolz. Ein langer Trauerzug führte zur letzten Ruhestätte. Viele sprachen Worte des Dankes und der Anteilnahme.