Premiere: Jungbauernschaft überzeugt mit „Warzenkaktus und Vergissmeinnicht“
Lügen haben kurze Beine
Stephanskirchen – „Das Schwierigste an einem Theater ist die Auswahl des Stückes“, sagt Bernhard Stanek, Regisseur der Theatergruppe der Jungbauernschaft Stephanskirchen. Deshalb hat sich das Ensemble auch in diesem Jahr wieder viel Zeit für diese Aufgabe genommen. Die Wahl fiel auf „Warzenkaktus und Vergissmeinnicht“. Bei der Premiere am Samstagabend kam die Komödie bei den rund 140 Zuschauern sehr gut an.
Seit der Gründung im Jahr 1977 hat das Ensemble bei der Auswahl der Stücke schon oft eine glückliche Hand bewiesen. Über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt wurden die Theaterspieler durch die drei großen Freilichtspiele „Hofleiten“ im Jahr 2004, „Thomas Gillitzer“ – Der Traum vom Glück“ im Jahr 2010 und „Die Pfingstorgel“ im Jahr 2015.
Bernhard Stanek ist ein Mann der ersten Stunde – mal hat er auf der Bühne gestanden, dann wieder hat er die „Fäden“ vor und hinter der Bühne gezogen. Er weiß, was das Publikum von einem Theaterstück erwartet: „Es muss lustig und unterhaltsam sein“. Am liebsten sind ihm Geschichten mit einer Botschaft, so wie bei dem Volksstück „Links. Rechts. Geradeaus“ von Werner Asam, bei dem es um die politische Engstirnigkeit in einer Kleinstadt geht.
Auch diese Komödie stand heuer in der engeren Auswahl, scheiterte aber letztlich an der Umsetzung: „Dieses Stück hat sehr viele Rollen und braucht dementsprechend viel Platz“. Also entschied sich das Ensemble schließlich für „Warzenkaktus und Vergissmeinnicht“ von Maria Fröhlich, erschienen im Österreichischen Theaterverlag Wien.
Eine tiefsinnige Botschaft hat diese Handlung zwar nicht, aber sie ist kurzweilig und unterhaltsam. Außerdem gibt es am Schluss ein Happy End – auch das ist den Zuschauern nach Erfahrung von Bernhard Stanek wichtig: Gärtnereibesitzer Werner Immergrün (gespielt von Wast Lechner) hat einen unehelichen Sohn, Lukas (Marinus Ladner), von dem seine Frau Helene (Irene Wietzorek) und seine beiden Töchter Jasmin (Sophia Weber) und Dalia (Anna Weber) nichts wissen dürfen. Sein Freund Konrad Lieblich (Christian Ladner) hat sich deshalb seinerzeit als Vater zur Verfügung gestellt. Zum Schrecken von Werner Immergrün verlieben sich Jasmin und Lukas. Er will dieses Verhältnis auf jeden Fall verhindern. Da aber auch seine Frau einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit hat, wird die Angelegenheit immer verzwickter, denn wie ein Sprichwort so schön sagt: „Lügen haben kurze Beine“.
Das Ende der Geschichte kommt für die Zuschauer nicht überraschend, aber der Weg dorthin nimmt über drei Akte hinweg immer wieder eine neue Wende mit vielen witzigen Dialogen.
Nachwuchssorgen braucht sich die Theatergruppe nicht machen: Mit Sophia und Anna Weber, Marinus Ladner und Sepp Liedl standen gleich vier junge Talente mit auf der Bühne. Auch sie begeisterten mit gutem, schauspielerischen Können und großer Spielfreude.
Überzeugend ist auch das Bühnenbild, mit viel Liebe zum Detail gestaltet von Dieter Katzer und Manuela Katzer.
Noch fünf weitere Aufführungen gibt es zu sehen: Freitag, 2. November, Samstag, 3. November, Sonntag, 4. November, Freitag, 9. November, und Samstag, 10. November. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr.
Karten gibt es im Ste-Wa-Markt Stephanskirchen unter Telefon 08036/306631 oder im Internet unter www.theatergruppe-stephanskirchen.de.