von Redaktion

Umfrage in Frasdorf: Wie attraktiv sind die Freizeitangebote für Jugendliche?

Vorweihnachtlicher Wunschzettel

Frasdorf – „Wie alle Gemeinden, ist auch Frasdorf einer steten Entwicklung unterworfen; denken wir nur an den demografischen Wandel, unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten oder das Ortsbild mit weniger Bauernhöfen und leeren Geschäften“, so Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller bei der Sitzung des Frasdorfer Gemeinderates, „deshalb ist die rechtzeitige Vorausplanung in allen Lebensbereichen für die kommenden Jahre so wichtig“.

Im Rahmen der Gemeindeentwicklung „Frasdorf 2030“ führte die Arbeitsgruppe Soziales & Miteinander eine Umfrage zur Attraktivität der bestehenden Freizeitangebote und die Wünsche der Kinder und Jugendlichen in Frasdorf durch. Das Ergebnis wurde bei der letzten Sitzung vorgestellt. Das Projekt Gemeindeentwicklung „Frasdorf 2030“ läuft seit mittlerweile zwei Jahren.

Das Ergebnis der Umfrage könne sich sehen lassen, so der Sprecher des Arbeitskreises, Peter Sager – von 340 ausgegebenen Fragebögen wurden beinahe die Hälfte zur Auswertung abgegeben. Allein daran sei zu erkennen, dass die Aktion bei den Kindern und Jugendlichen gut angekommen sei.

Zahlreiche Kinder und Jugendliche verfolgten zusammen mit ihren Eltern auf den Zuschauerbänken des Sitzungssaales die Präsentation der Umfrageergebnisse.

Verteilt auf drei Altersgruppen wurden die Fragebögen in Vereinen und Schulen ausgeteilt. Ein kleines Gewinnspiel bot weiteren Anreiz zur Teilnahme, die angebotenen Kinogutscheine waren ein guter Anreiz, den ausgefüllten Fragebogen zurückzugeben.

Viele Ideen zur

Freizeitgestaltung

Ein erstes Fazit konnte sehr schnell gezogen werden: die Interessengruppe der Acht- bis Zehnjährigen fühlt sich in Frasdorf sehr wohl und gut aufgehoben. Die Altersgruppe gab zahlreiche Ideen zur Freizeitgestaltung im Ort ab – vom Mountainbike-Parcours über einen Tischtennisbereich bis hin zu Kicker und Skaterbahn war einiges dabei. Auch für das Ferienprogramm gingen zahlreiche gut umsetzbare Vorschläge ein.

Schwieriger ist es dann schon für die Elf bis 14-jährigen. Bereits in dieser Gruppe wurden die fehlenden Busverbindungen in die Nachbarorte als hervorstechender Mangel benannt. Die dort angebotenen Aktivitäten in Vereinen und Bildungseinrichtungen könnten wegen der Entfernung zwischen den Orten überhaupt nicht oder nur mit erheblicher Unterstützung durch die Eltern genutzt werden. Bei immer mehr vollberufstätigen Eltern stelle das ein schwieriges Unterfangen dar. Der ständige Fahrdienst durch die Eltern scheint hier unverzichtbar.

Weiterhin wies die Gruppe darauf hin, dass die in Frasdorf schon vorhandenen Freizeitangebote größtenteils auf jüngere Kinder abgestimmt sind. Auch hier wurden viele Verbesserungsvorschläge gemacht, die zum Teil mit den Vorschlägen der Jüngeren identisch waren. Diese Gruppe war bei ihren Antworten besonders ideenreich. Im Ferienprogramm fühlt sich diese Altersgruppe nur noch bedingt vertreten und gab viele interessante Verbesserungsvorschläge dazu ab.

Die Umfrage bei den 15- bis 18-Jährigen zeigte eine größere Versorgungslücke auf. Viele Jugendliche dieser Altersklasse fühlten sich zwar in den traditionellen Vereinen wie Sport- und Trachtenverein wohl, wünschten sich aber wesentlich mehr Freizeitmöglichkeiten außerhalb dieser festen Gemeinschaften. Ein Jugend- und Fitnessraum für nicht vereinsgebundene Jugendliche machte in dieser Altersklasse das Rennen; doch auch hier stand der Mountainbike-Parcours ganz oben auf der Wunschliste.

Diese Altersgruppe bemängelte am stärksten die fehlenden Busverbindungen. Egal ob die Fahrt zum Ausbildungsplatz, zum abendlichen Feiern oder Kinobesuch – der Wunsch nach einer besseren Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr war hier besonders groß. Das ÖPNV Angebot sei schlicht ungenügend und entspreche in keiner Weise den Bedürfnissen der Jugendlichen. Der Vorschlag, bestehende Freizeiteinrichtungen zu erneuern oder aufzuwerten war ebenfalls vorhanden.

Als Fazit stellten die Initiatoren aus der Umfrage aller befragten Altersgruppen fest, dass der Kontakt der Kinder und Jugendlichen untereinander und füreinander in allen drei Altersgruppen weit vor der Nutzung von Computer, Internet und Handy steht. Bewegung und Sport seien stark gewünscht, die entsprechenden Stellen sollten gut erreichbar sein. „Und es müsse nicht immer nur Fußball sein“.

Von allen Teilnehmern gab es viel Lob für die Umfrage der Projektgruppe. Sie wünschten sich insgesamt mehr im Dorf wahrgenommen und eingebunden zu werden. „Wie die Gemeinde Frasdorf nun auf diese Umfrage eingehen wird, wird sich zeigen“, so Peter Sager. „Es ist auf jeden Fall ganz wichtig, dass die gemeindlichen Entscheidungsträger über die Probleme und Wünsche ihrer jungen Gemeindebürger informiert sind.“ Dies sei auch für die weitere Arbeit im Rahmen der Gemeindeentwicklung unter dem Titel „Frasdorf 2030“ sehr hilfreich.

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