Leonhardiritt – ein echtes Zugpferd

von Redaktion

Bei sonnigem Herbstwetter mit rund 24 Grad zog es nicht nur zahlreiche Reiter mit ihren Rössern, sondern auch viele Zuschauer zum Leonhardiritt nach Nußdorf.

Nußdorf – Der Brauch des Leonhardiritts wird hier seit 1776 gepflegt und stets am Tag des Patroziniums seines Namensgebers durchgeführt. Dreimal wurde die Kirche St. Leonhard von den 103 Reitern, ihren Pferden und den zehn Gespannen umrundet, um sich schließlich vom Pfarrer segnen zu lassen.

Weit über 1000 Besucher umsäumten den Weg. Ursprünglich kann dieses jahrhundertealte Ritual auf den altgermanischen Brauch der Weihefahrt mit Weihepferden zu Ehren des Göttervaters Wotan in Verbindung gebracht werden. Bei den Germanen galt das Pferd als heiliges Tier. Später ist die heidnische Pferdeweihe dann christianisiert worden.

In früheren Zeiten war der Leonhardstag für Landwirte ein ganz besonderer Feiertag im Jahreslauf, schließlich waren sie auf ihre Pferde als Helfer bei der schweren Arbeit in der Landwirtschaft angewiesen. Im Jahr 1966 kam es in Nußdorf allerdings zu einem Bruch dieser Tradition, die dann erst 23 Jahre später wieder aufleben sollte. Der Grund dafür war recht einfach: Durch die stetige Motorisierung standen in der Nachkriegszeit mehr Fahrzeuge in den Ställen als Pferde.

Die Pferdefreunde Nußdorf sorgten 1989 jedoch für eine Wiederaufnahme dieser Gepflogenheit, die seit 2003 durch den Trachtenverein fortgeführt wird.

Den Feldgottesdienst hielt Pfarrer Christoph Rudolph. Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Vier Hinterberger Musikanten“.

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