Nächster Halt Eggstätt

von Redaktion

Zustimmung zu IST-Mobil

Eggstätt – Als „weißen Fleck“ bezeichnete Eggstätts Zweiter Bürgermeister Christian Glas, der den erkrankten Rathauschef Hans Schartner in der jüngsten Gemeinderatssitzung vertrat, die Gemeinde am Hartsee, die nicht durchgehend an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen ist. Um die Mobiliät im ländlichen Raum zu fördern hätten sich, so Glas weiter, zwölf Chiemsee-Anrainergemeinden zusammengetan, um ein Anrufsammeltaxi-System , im Chiemgau auf die Beine zu stellen.

Doris Hahn vom österreichischen Betreiber des IST-Mobil-Systems – IST steht dabei für „Interface für Smart Transport“ – präsentierte die Planungsergebnisse, die man nach vielen Vorgesprächen und Treffen mit Verantwortlichen aus den Chiemsee-Anrainergemeinden zusammengetragen habe. Mit insgesamt über 655 Haltestellen wolle IST-Mobil in der Zielregion von Höslwang bis Aschau die Mobilität fördern, also eine Alternative zum eigenen Auto und ein Mobilitätsangebot schaffen.

Mit diesem Mobil-Konzept wolle man älteren Menschen beispielsweise bei Arztbesuchen oder Einkaufsfahrten entgegenkommen. „Andere denkbare Zielgruppen sind aber auch Eltern, die ihre Kinder jetzt mangels ÖPNV-Angebot allwöchentlich zum Musikunterricht oder Sporttraining fahren müssen“, erklärte Hahn den Gremiumsmitgliedern.

Das IST-Mobil, so Hahn weiter, sei keine Konkurrenz zum Bürgerbus oder zu anderen bestehenden Buslinien. Hahn: „Es ist eine Ergänzung.“ Und es sei auch „kein billiges Taxi“, wenngleich das Angebot von Kommunen teilfinanziert werde.

Die IST-Mitarbeiterin stellte anschließend die Kostenkalkulation vor. Mit über 500000 Euro sei das sechs Jahre laufende Projekt veranschlagt. Dazu kämen noch einmalige Investitionskosten in Höhe von 135525 Euro. Die bayerische Staatsregierung unterstütze das Projekt mit Fördergeldern, die auf fünf Jahre gestaffelt seien. Auf Eggstätt kämen dann anteilige Gesamtkosten von gut 31000 Euro zu.

Auch über die Betriebszeiten haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht. Von Montag bis Donnerstag sei ein Einsatz von 7 bis 22 Uhr, freitags von 7 bis 24 Uhr, samstags von 9 bis 24 Uhr und sonn- und feiertags zwischen 9 und 20 Uhr geplant. Die Region habe man in vier Zonen unterteilt und entsprechend der Distanzen – zwischen unter vier bis zu 15 Kilometern – vier Zonentarife angesetzt. Weitere Fahrten würden mit 1,10 Euro je Kilometer berechnet.

Betrieb ab Herbst 2019 möglich

„Derzeit laufen“, so Hahn, „die Vorstellungen der Planungsergebnisse in den Anrainergemeinden.“ Nach der Zustimmung durch die Mitgliedsgemeinden könnten dann zu Beginn kommenden Jahres die Ausschreibungen beginnen. Ab Herbst 2019 könnte IST-Mobil dann in Betrieb gehen.

Die Gemeinderatsmitglieder begrüßten die Ideen von IST-Mobil, hakten aber beispielsweise bei den Betriebszeiten nach. Hahn erklärte, dass bei den Betriebsstunden eine Nachjustierung möglich sei. Glas teilte dem Gremium zudem mit, dass Halfing nicht beim Projekt mitmache. Auf Nachfragen Valentin Obermeiers erklärte Hahn, dass in der Kostenkalkulation ein derartiges Risiko einkalkuliert worden sei.

Einstimmig sprachen sich die Gemeinderatsmitglieder schließlich für eine Beteiligung am IST-Mobilitätskonzept aus.

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