„Amourös-lyrisch“

von Redaktion

Herbstlicher Hoagart im Hilgerhof

Pittenhart – Der traditionelle herbstliche volksmusikalische Hoagart im Hilgerhof bei Pittenhart ist immer etwas Besonderes. Nicht nur, weil das unverwechselbare Ambiente einer bäuerlichen Stube, in der die Menschen zusammenkommen, so gut passt. Sondern weil es dem Organisator, Pittenharts Altbürgermeister Hans Spiel, immer wieder gelingt, Gruppen einzuladen, die in der Volksmusik-Szene als hochkarätig bekannt sind. Dieses Jahr zeigte der Hilgerhof-Hoagart darüberhinaus, dass echte Volksmusik generationenübergreifend ist.

Die Inntaler Sänger sind seit Jahrzenten der Inbegriff des mehrstimmigen Männergesangs in der alpenländischen Volksmusik. Franz Singer, Peter Anderl und Sepp Wieland führten im Hilgerhof vor, warum das so ist. Auf Wohlklang bedacht und kunstvoll aufeinander abgestimmt besangen sie den Abschied vom Sommer, die Rückkehr von der Alm ins Tal, die Zeichen des Herbstes und den „Schneewind“ – „Fahr ma hoam“. Doch auch das wichtige Thema der Beziehung zwischen dem Dirndl und dem Buam kam immer noch nicht zu kurz – wobei in ihrer Art des Gesanges vor allem die innige Seite der Liebe ihren adäquaten Ausdruck fand wie in „Bei da Lindn bin i gsessn“. Oder wie es Sprecher Bert Lindauer benannte, in den „amourös-lyrischen Liedern“.

„Jung und frisch“ auf der Bühne

Am anderen Ende der Generationenskala bildeten „Jung und frisch“, drei junge Musiklehrerinnen aus dem Ötztal, deren Name Programm ist für tänzerische Instrumentalmusik von Walzer bis Boarischen, nicht nur den altersmäßigen Kontrapunkt zu den „Inntalern“. Mit ihrer schwungvollen Spielweise und teilweise erst jüngst komponierten Stücken lockerten sie die herbstlich-getragene Stimmung auf und machten die Zuhörer empfänglich für die fröhliche Seite des Lebens. Und nach dem eigentlichen Hoagart spielten Anna Rausch, Katharina Kuen und Maria Schnegg einfach weiter und zeigten, wie eng für sie das Musizieren mit jener fröhlichen Seite verbunden ist.

In der Mitte zwischen diesen beiden Generationen stehend hat sich der Dreiwinkl-G’sang dem traditionellen Liedgut der alpenländischen Volksmusik verschrieben und Erika Dettendorfer, Tamara Kaltenbacher und Michael Scheil präsentierten in ausgefeilter Mehrstimmigkeit wiederum Lieder, die die Dunkelheit und die bald mit Schnee zugedeckte Natur besingen und sie als Zeichen der Vergänglichkeit alles Irdischen deuten. Doch auch beim Dreiwinkl-G’sang werden die Themen Liebe und Fensterln nicht ausgespart: „Aufs Gassl bin i ganga“, um das richtige Fenster zu finden. Inge Graichen

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