Riedering – Schon seit einigen Jahren beschäftigt sich der Bauausschuss der Gemeinde Riedering mit dem Antrag auf eine Erweiterung eines landwirtschaftlichen Pferdebetriebs auf Gemeindegebiet. Die Antragstellerin hatte 2004 von ihrem Großvater das Anwesen übernommen. Da aber für einige Gebäude kein Baurecht bestand, sollten einige Gebäude nachträglich genehmigt beziehungsweise entsprechend umgebaut werden. Anfang 2013 wurde hierfür ein Bauantrag zur Legalisierung beziehungsweise nachträglicher Genehmigung bei der Gemeinde eingereicht. Von Seiten des Bauausschusses bestanden damals gegen das Bauvorhaben keine Einwände unter Vorbehalt der landwirtschaftlichen Privilegierung. Einwände der Nachbarn führten jedoch zu einer Klage beim Landgericht Traunstein. Im Juli 2014 kam es zu einer Ortseinsicht, die mit einem Vergleich endete.
Ein Jahr später wurde ein Antrag auf Erweiterung gestellt, den der Bauausschuss einstimmig unter Vorbehalt der Privilegierung genehmigte. Gut drei Jahre später stellte die Bauwerberin einen Tekturantrag wegen Nutzungsänderung, den der Bauausschuss unter anderem wegen der Planabweichungen und der Lärm- und Geruchsfaktoren ablehnte.
In der jüngsten Sitzung nun ging es um einen neuen Antrag auf Erweiterung. Die Bauwerberin wolle, so Bauamtsleiter Michael Fellner, den Betrieb erweitern. Die Bauausschussmitglieder widersprachen. Bei einem direkten Vergleich der Anträge von 2015 und 2018 falle der neue Antrag mit den darauf zu errichtenden Gebäuden kleiner aus, so die einhellige Meinung. Da könne man nicht von einer Erweiterung sprechen. Dominik Summerer hakte zudem nach, ob die beiden neuen Gebäude bedeuteten, dass das vorhandene Gebäude abgerissen werden solle. Michael Fellner erklärte, dass der Antrag „definitiv Abriss und Neubau“ bedeuteten.
Sebastian Hamberger fragte nach dem Schallschutz. Andreas Hirzinger verwies auf die nachbarlichen Beschwerden. „Vielleicht haben die neuen Gebäude eine lärm- und geruchsabschirmende Wirkung“, mutmaßte er.
Mehrere Gremiumsmitglieder wollten wissen, wie viele Pferde aktuell einstehen. Bürgermeister Josef Häusler verwies darauf, dass die Bauwerberin durch eine Rechtsanwaltskanzlei vertreten werde und sich deshalb in der Sitzung nicht äußern werde. Er schlage deshalb vor, den Antrag zurückzustellen.
Sebastian Hamburger erklärte, dass er sich einen anderen Pferdebetrieb auf Gemeindegebiet angesehen habe. Da sei man „sauber hinterher“ gewesen. Häusler widersprach: „Ich habe noch nie gehört, dass die Besitzerin da nicht hinterher ist.“
Josef Lindner und Karl Rothmayer befanden, dass man sich erst den Bestand und die geplanten Veränderungen vor Ort anschauen müsse. Josef Halbritter forderte ein Zurückstellen, da die Stellungnahme des Landratsamtes fehle. Michael Fellner bestätigte, dass der Verwaltung noch keine Entscheidung der Unteren Bauaufsichtsbehörde vorliege. Um den Diskussionen ein Ende zu setzen, schlug der Bürgermeister vor, bei einem Ortstermin diese Fragen zu klären und deshalb den Antrag zurückzustellen.