Raubling – Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens machte der Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums Raubling der Schulfamilie ein im wahrsten Sinne des Wortes unvergessliches Geschenk: der Gedächtnis- und Motivationstrainer Markus Hofmann kam ans Gymnasium Raubling und brachte Schülern, Lehrern und Eltern seine nachhaltigen und gleichzeitig amüsanten Memorisierungstechniken näher.
Während seines Besuchs am Vormittag ging er dabei besonders auf kind- und jugendgerechte Themen und Anforderungen ein: Wie kann man sich eine Zahlenfolge merken? Ergebnis: Zahlen zu einer Geschichte verknüpfen. So steht die Zahl 7 zum Beispiel für die Sieben Zwergen, die 5 für die Hand.
Der stellvertretende Schulleiter, Studiendirektor Erich Menache, und Gedächtnistrainer Markus Hofmann griffen die positive Rückmeldung der Schülerschaft in der Abendveranstaltung auf. Laut Hoffmann sei es sinnvoller, seine Spickzettel im Kopf zu verankern. Darüber hinaus könne es hilfreich sein, sich durch „Brainjogging“ oder das Bewältigen einer neuen Herausforderung vor einer Prüfungssituation geistig zu aktivieren – etwa durch körperliche Koordinationsaufgaben, da eine Aktivierung unserer Zellen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gedächtnisleistung darstellt.
Von immenser Bedeutung sei es auch, von eingespielten Gewohnheiten und Verhaltensweisen abzuweichen, die Komfortzone zu verlassen und Grenzen zu überschreiten. Als Beispiel nannte der Gedächtnistrainer „Hund zeichnen“. Ein Hund werde bei den meisten Personen nach links schauend im Profil dargestellt. Und sogleich wurden sie eingeladen, diese Perspektive zu verändern. Markus Hofmann gestand dem Publikum, dass er persönlich auch erst im Studium – nach einem nicht sehr glorreichen Abiturschnitt – neue Lerntechniken kennengelernt und damit seine Lernzeit erfolgreich verringert habe. Gerade im Hinblick auf die Arbeitswelt der Zukunft betonte der Gedächtnistrainer die große Dringlichkeit, wieder „Generalisten“ in Bezug auf Wissen zu werden, da es vorherzusehen ist, dass Wiederholungsarbeiten immer stärker automatisiert würden und von Maschinen verrichtet werden könnten.
Anschließend konnten die Zuhörer selbst durchspielen, wie mithilfe von mentalen „Briefkästen“, die am eigenen Körper „befestigt“ wurden, eine Reihe von Informationen – im Spiel wurde etwa Dieter Bohlen als Machu Picchu auf den Oberschenkeln verankert – dauerhaft memoriert werden können.
Das Motto „Vorsprung durch Wissen“ und „Geist ist geil“ bekomme so immer mehr Bedeutung .
Zusätzlich wurde allen Gästen eine Liste der vergangenen US-Präsidenten mit Hilfe der Loci-Technik, die schon von Cicero benutzt wurde, an die Hand gegeben.
Zum Abschluss erhielt das Publikum noch die Möglichkeit, die Namen von zehn auf die Bühne gerufenen Personen innerhalb weniger Minuten zu lernen und zu behalten. Immer wieder betonte Hofmann im Verlauf des Abends die Bedeutung humorvoller, eindringlicher, gerne auch drastischer Verknüpfungen des Lernstoffs mit Bildern, was Erkenntnisse der Lernpsychologie immer wieder bestätigt haben. Auch machte er klar, dass Bildung schließlich auch die Basis der Demokratie sei und dass „Deutschland ohne beste Bildung wie „Saudi-Arabien ohne Öl“ sei.