Leserforum

Mit Lärm alleine gelassen

von Redaktion

Zum Artikel „Ärger um Lärmschutzmaßnahmen in Raubling“ im Lokalteil:

Natürlich führt die ins Auge und Ohr fallende Ungerechtigkeit der Ungleichbehandlung bei den dem zunehmenden Lärm der Autobahn ausgesetzten Anwohnern des Ortsteils Seestraße (immerhin mehrere Hundert, davon viele Kinder) zu empörendem Unmut.

Dieser drückt sich auch während der wöchentlichen Informationsrunde im Pfraundorfer Dorfstüberl aus. Denn für diesen Ortsteil dürften die Emissionen der A8 nahe dem Verkehrsinfarkt weitaus höher sein, als die jetzt in der Sanierung begriffenen Ortsseite. Einmal durch den weiter wachsenden Verkehr, durch die zusätzlichen Lärmkontingente bei Föhnlagen von der Autobahn in das nördlich gelegene Wohngebiet Seestraße, aber sicherlich auch die neu entstehenden Schallreflexionen zurück in unser Wohngebiet infolge der nur einseitigen Sanierungsmaßnahme.

Alltagslogisch lautet die einfache Formel der Bürger: Gleicher Lärm = Gleicher Lärmschutz! Dafür braucht man keinen studierten „Lärmprofessor“. Warum dieser Grundsatz nicht für ihren Ortsteil gelten soll, versteht keiner der betroffenen Gemeindemitglieder. Warum werden wir mit dem Lärm alleine gelassen? Warum sind nur wir die „Lärmopfer“?

Bürgermeister, Parteien und Behörden verstecken sich je nach Belieben hinter im einzelnen nicht nachprüfbaren Immisionsgrenzwerten als verabsolutiertem Maßstab oder dem Planungsrecht nach dem Motto: Ihr habt ja schon die Kläranlage, damit handelt es sich um kein reines Wohngebiet.

Neben den Emissionen der Kläranlage könnt ihr jetzt sicherlich auch noch den Mehrlärm der Autobahn vertragen. Es gibt keine lokale Lärmprüfung, die den lokalen Besonderheiten an der Seestraße Rechnung trägt.

Aber die hiesigen Menschen haben denselben Anspruch auf eine gesundheitsfördernde Lärmvorsorge wie die anderen Gemeindemitglieder Raublings! Oder sind die an der Seestraße lebenden Anwohner Menschen zweiter Klasse?

Christof R. Bohn

sowie weitere Unterzeichner Raubling

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