Griesstätt – Gut besucht war die diesjährige Bürgerversammlung der Gemeinde, die diesmal allerdings nicht im Saal beim Jagerwirt, sondern in der Turnhalle der Grundschule abgehalten wurde. Bürgermeister Robert Aßmus hatte sich in seinem Rückblick 17 Schwerpunkte gesetzt, im Rahmen eines Ausblicks kamen vier weitere Themen dazu, die durch Wortmeldungen in der Diskussionsrunde noch um einige Aspekte ergänzt wurden. Vor allem die Breitbandversorgung stand im Zentrum des Interesses.
Der von Thomas Mader vorgetragene Bereich Finanzwesen hinterließ wieder einen positiven Eindruck. Mader gab bekannt, dass weiterhin Schulden in der Gemeinde abgebaut würden und durch ein erneutes Plus bei Gewerbe- und Einkommenssteuer 2018 im Vergleich zu 2017 auch Mehreinnahmen von gut 163000 Euro im Bereich des Verwaltungshaushaltes zu erwarten seien. Der Gesamthaushalt steige auf insgesamt 5,7 Millionen Euro. Dabei entfielen auf den Verwaltungshaushalt 4,6 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 1,1 Millionen Euro. Im Jahr 2010 habe der Schuldenstand der Gemeinde noch bei 3,3 Millionen Euro gelegen, stellte Mader mit Befriedigung fest. Derzeit sind nur noch 1218460 Euro zu tilgen; damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember 2018 bei 426,96 Euro und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden.
Bürgermeister Robert Aßmus gab bekannt, dass derzeit 44 Asylbewerber im Gemeindebereich wohnen, darunter 21 bereits anerkannte. Die Integration gehe dank des eifrigen Helferkreises, der personelle Verstärkung suche, gut voran. Vor allem die Kinder seien des Bairischen schon bewundernswert gut mächtig. Vor allem aber wären jetzt freie Wohnungen gesucht.
Im Bereich des Gewerbegebietes „Klosterfeld“ werde das Lagerhaus nicht gebaut. Die Zahl der Bewerber habe sich gelichtet, dennoch gehe es gut voran, vermeldete Aßmus.
Die Gemeinde habe selbst das Anwesen Innstraße 2 erworben, wurde bekannt gegeben. Die Nähe zum Rathaus und wegen der Bedeutung in der Ortsmitte habe man diese Gelegenheit ergriffen, um unter anderem auch für neuen Wohnraum zu sorgen. Im Bereich des Straßenbaus erinnerte er daran, dass die zweite Teilsanierung der Staatsstraße Griesstätt-Halfing, insgesamt 2,314 Kilometer, nun abgeschlossen sei.
40 Mitarbeiter seien derzeit im Bereich des Kindergartens tätig, davon in den acht Gruppen 25 pädagogische Fachkräfte. 141 Kinder würden vorbildlich betreut, so Aßmus. Eine Gruppe musste allerdings wegen Platzmangels im Mehrzweckraum der Grundschule untergebracht werden. Man habe einfach niemanden abweisen und Wartelisten vermeiden wollen. Der nach 31 Jahren Kindergartenleitung im April verabschiedeten Anette Bühn sprach der Bürgermeister nachträglich noch einen besonderen Dank aus. In der Grundschule, die derzeit 121 Kinder besuchen, sei im Oktober im Sekretariat nach 23 Jahren Tätigkeit Martha Burger verabschiedet worden.
Neben einem Verständnis dafür, dass im Winter nicht überall zuerst geräumt werden könne, warb der Bürgermeister vor allem dafür, dass auch nicht alles andere gleich erledigt werden könne. Schneezeiger würden im Übrigen nicht zum Spaß aufgestellt, sie seien im Besitz der Gemeinde und sollten nicht herausgerissen oder umgefahren werden. Zudem bat er um eigenständige Straßenreinigung des Verursachers bei Verschmutzungen durch landwirtschaftliche Arbeiten. Insgesamt sei der Bauhof gut ausgestattet und für die Zukunft gerüstet.
Was die Arbeit im Wertstoffhof erleichtern könne, zählte Aßmus ebenfalls auf. Hierbei bat er vor allem Sperriges möglichst vorher zu zerkleinern oder Bauschutt möglichst ohne unerlaubte Bestandteile anzuliefern, da dies die Entsorgung unnötig verteuere.
Allen Vereinen dankte der Bürgermeister in besonderem Maße, vor allem da es um die wichtige Jugendarbeit gehe. Griesstätt solle eine lebendige Gemeinde bleiben, die Pflege des Brauchtums und der Traditionen sei enorm wichtig für das Zusammenleben. Besonders erinnerte er an die Aktivitäten der freiwilligen Feuerwehr, die durch das neu angeschaffte LF10 wieder auf dem neuesten technischen Stand sei.
Zwar habe man es beim 35-jährigen Gründungsjubiläum der Musikkapelle mit dem riesigen Notenschlüssel aus Holz nicht ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, aber im Rahmen der Festwoche zusammen mit den Trachtlern gezeigt, wozu die Vereine in der Gemeinde in der Lage seien.
Auch im sozialen Bereich könne sich die Gemeinde sehen lassen. Vor allem das Kleiderkammerl in der Innstraße, das von allen Bürgern genutzt werden könne, die Aktivitäten der Seniorenbeauftragten Katharina Andraschko, die ihr Amt ab 2019 in die Hände von Thomas Waldvogel übergeben werde und den geplanten Fahr- und Begleitdienst stellte Aßmus in den Vordergrund.
Zudem verwies er auf freie Kapazitäten im neuen Gesundheitszentrum, und auf die Ergebnisse der kommunalen Verkehrsüberwachung durch den Zweckverband. Hier seien bei 20 Messungen 155 Verstöße festgestellt worden.
Den Abschluss des Rückblicks bildeten der Verweis auf das umgestaltete Kriegerdenkmal und die Erinnerung an den Aufbau der Behelfsbrücke über die Murn in Untermühle, die in den nächsten beiden Jahren Fahrzeuge bis zwölf Tonnen Gelegenheit gibt, auch auf diesem Wege den Bach zu überqueren.
Unabhängig vom privaten Wehr an der Murn solle in Zukunft eine dauerhafte Ersatzbrücke errichtet werden, gab Robert Aßmus in seinem Ausblick bekannt. Die Frage der jeweiligen Zuschüsse sei aber noch nicht geklärt. Vogtareuth, Wasserburg und den Tourismusverband könne man auch ins Boot holen.