Prutting – Vor ausverkauftem Haus im urigen Dorfstadl bewies die Theatergemeinschaft Prutting erneut ihr schauspielerisches Können. In dem teils recht turbulenten Dreiakter „Das Kreuz mit den Schwestern“ von Steffi Kammermeier unter Regie von Bettina Schmid-Rameroth flogen die Fäuste der ewigen Rivalen Gigerl Dillinger (Josef Schmid junior) und Simmerl Randlkofer (Sebastian Redl), tanzte der leicht demente Opa Dillinger (Josef Schmid) mit der auf Revolution und freie Liebe gepolten Yoga-Diva Anastasia (Martina Strobl) über die Bühne durch den Biergarten.
Deftige
Wortgefechte
Die deftigen Wortgefechte der hitzköpfigen Burschen enden in meist körperlich ausgetragenen Wetten wie Wettsaufen oder Löffelschnappen, die unter Aufsicht von Bürgermeister Holzwieser (Hans Mayer) und Ansporn der Zuschauer ausgetragen werden. Alles andere als begeistert von der Wettleidenschaft ihrer Brüder sind die stets fröhliche, strenggläubige Lisl Dillinger (Magdalena Adolf) und die scheinbar harsche Theresa Randlkofer (Theresa Wimmer), Schwester vom Simmerl.
Wettbegeisterung missbilligt
Auch Minna (Bettina Schmid-Rameroth), die als Hauserin die Wirtschaft der elternlosen Geschwister Dillinger führt, missbilligt die Wettbegeisterung der Buben. Sie befürchtet, die zwei würden sich noch um Haus und Hof spielen, was sich zu bewahrheiten scheint. In ihrer letzten Wette spielen die zwei „oaschichtigen“ Junggesellen darum, innerhalb von 14 Tagen die Hand der gegnerischen Schwester zu erzielen. Klar, dass die zwei davon nichts wissen dürfen.
Intrigen der habgierigen Mutter
Mit List und Tücke, guten Ratschlägen von Braumeister Bierschimmel (Hubert Fischer) und Intrigen der habgierigen Mutter Randlkofer (Renate Fischer), nimmt das Schicksal seinen Lauf und führt zu überraschenden Wendungen.
Welche bedeutsame Rolle dabei der Brauereilehrling Bubi (Andreas Moser), der windige Kaufmann Esswurm (Konrad Hochhäuser), seine kräftige Schwester Kathi (Stephanie Schauer) und ein „Weiberfänger“ spielen, das können Freunde unterhaltsamer, bayerischer Komödien noch bis Ende Dezember im Dorfstadl Prutting selbst miterleben.
Neben der guten Gesamtleistung des Ensembles ist auch das gelungene Bühnenbild mit zwei Schauplätzen zu loben sowie die aufwendigen Kostüme und beeindruckenden Frisuren der Darstellerinnen.