„Historische“ Neuverschuldung

von Redaktion

Gemeinderat Amerang beschließt Haushaltssatzung und Finanzplanung

Amerang – Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Haushaltssatzung, den Stellenplan und die Finanzplanung 2018 bis 2022. Die Eckpunkte des Haushaltsplans wurden bereits in einer vorangegangenen Sitzung vorberaten. Aus Sicht des Gemeinderats waren dazu keine Ergänzungen vorzunehmen. Einigkeit herrschte darüber, dass es sich um einen wichtigen Haushalt handle.

Bürgermeister Gust Voit betonte, dass in den vergangenen und kommenden Jahren in Summe viele Großprojekte auf den Weg gebracht worden seien oder noch werden. Bisher habe man aus der guten Haushaltslage schöpfen können, doch nun sei man um eine Kreditaufnahme nicht herumgekommen. Die Umsetzung der Maßnahmen sei aufgrund der Perspektive für die Gemeindeentwicklung und der attraktiven Zinslage sinnvoll. Beispielsweise werde die Gemeindehalle in einem Zeitraum von zehn Jahren bei null Prozent Zinsen abfinanziert.

Die Kassenlage sei – auch im Hinblick auf die zu erwartenden Rückflüsse aus vorfinanzierten Grundstückskäufen – immer noch als durchaus solide anzusehen. Dennoch stünden noch weitere Großprojekte wie die Sanierung und Erweiterung der Kita Amerang, Neubau der Mittelschule Eiselfing, Errichtung der Ameranger Spange, Kanalsanierung, Erschließung Bergweg, Vereinsgebäude, sozialer Wohnungsbau und Erschließung Baugebiet Evenhausen an, die bereits ihre Schatten vorauswerfen, aber finanziell noch nicht konkret zu beziffern seien und die Gemeinde schnell an ihre Leistungsgrenze bringen könnten. Drum sei nun wieder ein Sparkurs angesagt.

Der Zweite Bürgermeister Konrad Linner ergänzte, dass der neue Haushalt und die Neuverschuldung durchaus als „historisch“ einzustufen sei, aber beispielsweise sei die Sicherung der Sportflächen ein langgehegter Wunsch, der bereits seit über zehn Jahren auf der Agenda stehe. Dies sei als großer Erfolg zu werten.

Kämmerer Anton Görgmayr verwies auf die konstant guten Steuereinnahmen. Die durchschnittliche Finanzkraft der Gemeinde liegt demnach bei rund 2,9 Millionen Euro.

Im Vergleich zum Vorentwurf wurden nur noch geringfügige Anpassungen, die sich seit der Beratung im Gemeinderat ergaben, vorgenommen. Das Gesamthaushaltsvolumen beträgt knapp 15,7 Millionen Euro und teilt sich in den Verwaltungshaushalt mit 7,7 Millionen Euro und den Vermögenshaushalt mit knapp acht Millionen Euro auf.

Im Haushaltsjahr 2019 sind – wie schon im Vorjahr – erhebliche Ausgaben für Investitionen vorgesehen. Die begonnenen Tiefbaumaßnahmen sind weitgehend fertiggestellt und noch abzufinanzieren. Dies betrifft auch die Sanierung der Gemeindehalle. Weiter ist geplant, die Sportanlagen am bestehenden Standort dauerhaft zu sichern und die erforderlichen Grundstücke zu erwerben.

Umsetzung der Dorferneuerung

Im Ortsteil Evenhausen soll nach jahrelanger Vorbereitung mit der Umsetzung der Dorferneuerung begonnen werden. Die Gemeinde ist hier mit Ausnahme der Sanierung des Regenwasserkanals nur Maßnahmenbeteiligte. Für den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung sind im Haushaltsjahr und in den Finanzplanungsjahren insgesamt etwa 2,8 Millionen Euro vorgesehen.

Zur Finanzierung ist im Haushaltsjahr 2019 neben einer Rücklagenentnahme von 1,1 Millionen Euro eine zusätzliche Kreditaufnahme in Höhe von 3,2 Millionen Euro eingeplant. In der weiteren Finanzplanung sind keine weiteren Kreditaufnahmen vorgesehen.

Aufgrund von zu erwartenden Rückflüssen aus der Veräußerung von Wohnbaulandgrundstücken wird davon ausgegangen, dass sich die temporär überdurchschnittliche Verschuldung im Haushaltsjahr 2019 bis zum Ablauf des Finanzplanungszeitraums wieder relativiert.

Die Planung sieht vor, dass einem Schuldenstand am 31. Dezember 2022 in Höhe von etwa 3,8 Millionen Euro Rücklagen in Höhe von etwa 4,2 Millionen Euro gegenüberstehen. Faktisch wäre die Gemeinde dann wieder schuldenfrei.

Im Vergleich zum Vorjahr sind im Stellenplan nur unwesentliche Änderungen enthalten.

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