Anpacken statt aufregen

von Redaktion

Gartenbauteam aus Eggstätt bricht im Februar für soziales Projekt nach Südafrika auf

Eggstätt – Eine Herzensangelegenheit verfolgen und Kindern in einer Welt von Armut und Gewalt einen Lichtblick geben – das ist das Ziel des Projektes von Georg Höfer und seinen Mitarbeitern der Firma Gartenbau Höfer aus Eggstätt. Höfer: „Wir sammeln Spenden und spenden selbst unsere Freizeit und unsere Arbeitskraft, um im Februar nach Kapstadt zu fliegen und einen Trainings- und Begegnungsbereich für Kinder in einem südafrikanischen Township zu bauen.“ Und dieses Projekt soll nur den Auftakt für eine Reihe von Aktionen dieser Art bilden.

Townships sind Bereiche, die zu Zeiten der Apartheid in großen Städten Südafrikas gegründet wurden, um die schwarze Bevölkerung von der weißen zu trennen. Heute herrscht dort in vielen Bereichen – auch aufgrund der jahrzehntelangen Ungleichberechtigung – Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Oftmals prallen Gewalt und Kriminalität aufeinander.

Die Organisation „Amandla Edu Football“ baut zur Zeit im Bereich des Townships Gugulethu in Kapstadt den neuen Oliver-Kahn-Safe-Hub. Einiges ist bereits fertig: Die Bildungseinrichtung ebenso wie der Sportplatz mit Kunstrasen, auf dem sowohl die Kinder aus dem Township trainieren als auch Nachtturniere für junge Erwachsene stattfinden sollen.

Die vier Landschaftsgärtner, Sebastian Reiss (28), Sebastian Lohmann (38), Landschaftsgärtnermeister Matthias Mannes (27) und der Chef der Firma, Georg Höfer (33), die voraussichtlich im Februar nach Kapstadt fliegen werden, haben viele Ideen, die sie für die Kinder verwirklichen möchten. Sicherheitsbedenken haben sie keine, da sie nicht im Township übernachten. Dafür freuen sich aber alle auf neue interessante Kontakte und Erlebnisse.

Der Chef ist vor allem Initiator und Organisator der Unternehmung. Er übernimmt den Kontakt zur Organisation Amandla. Höfer erzählt: „Den Gründer, den Florian Zech, kenne ich noch aus der Schule. Bei dem weiß ich, dass ich einen starken Partner für die ganze Vorbereitung vor Ort habe.“

Denn, wie man sich vorstellen kann, wenn das Team dann in Südafrika landet, muss alles klappen. Es müssen die nötigen Baumaterialien vorhanden sein, die Maschinen müssen bereit stehen und es müssen Arbeiter angeheuert sein, denen man das Know-how mitgibt, um die ganze Anlage dann später zu pflegen.

Der Antrieb des 33-Jährigen zu sozialem Engagement ist auf mehrere Säulen aufgebaut: „Ich habe selbst vier Kinder, denen es gut geht, weil sie in diesem Teil der Welt aufwachsen. Da möchte ich einfach etwas zurückgeben.“ Ebenso sieht er die pragmatische Seite: „Während alle über die Flüchtlingskrise jammern, tun wir was, um den Menschen Perspektiven im eigenen Land zu zeigen.“

Für die Planung wendet der Landschaftsgärtnermeister Matthias Mannes einen großen Teil seiner Freizeit auf. Er erzählt mit leuchtenden Augen von seinen Vorstellungen: „Die Kinder im Alter von vier bis 17 sollen sich austoben können, aber auch beispielsweise an der Boulderwand den Teamspirit spüren, wenn man einem Mitkletterer hilft, den richtigen Griff oder Tritt zu finden.“ „Und außerdem“, führt er seine Vorstellungen weiter aus, „muss ein spezieller Outdoor-Parcours her, der für Teambuilding-Übungen und damit Entwicklung sozialer Kompetenz wichtig ist.“ Natürlich hat er auch spezielle Ideen für einen Ruheort, die sogenannte Chillout-Area: Eine schattenspendende Baumgruppe, eine Hängematte in Kronenhöhe und einen Grillplatz, um beim gemeinsamen Kochen Werte wie Respekt vor Natur und Mensch in sich aufzunehmen.

Ziel des Projektes der Landschaftsgärtnerei Höfer aus Eggstätt ist es, ein Areal von rund 570 Quadratmetern so auszustatten, dass die Kinder im Rahmen von Spiel und Spaß so gefördert und gefordert werden können, dass sie zu Menschen mit einer guten Sozialkompetenz heranreifen. Auf diesem Weg wünschen sich die Initiatoren auch, einige Kinder wiederum als Trainer auszubilden, die dann als Multiplikatoren wirken. Damit soll die Welt mittelfristig ein bisschen besser und gewaltfreier werden.

Chancen statt Hoffnungslosigkeit und Kriminalität

„Amandla Edu Football“, 2007 gegründet von dem Priener Florian Zech und unterstützt von der Oliver-Kahn-Stiftung, will gesellschaftlichen Wandel durch Sport plus Förderung in sozialen Brennpunkten schaffen. Sogenannte Safe-Hubs wurden sowohl in Townships in Südafrika, als auch in Berlin aufgebaut. In diesen Zentren sollen Kinder, die in Mitten von Hoffnungslosigkeit und Kriminalität aufwachsen, die Chance erhalten, ihr positives Potenzial zu entfalten. So soll der generationsübergreifende Armutskreislauf durchbrochen werden. Florian Zech wurde 2015 mit dem Bundesverdienstorden und weiteren renommierten Preisen ausgezeichnet. Die Arbeit und die Projekte von Amandla werden auch durch die Oliver-Kahn-Stiftung unterstützt. Ausführliche Informationen unter www.safe-hub.org. sön

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