Bad Endorf – Die zahlreichen Konzertbesucher erwartete beim Betreten der Kuratiekirche St. Rupertus in Stephanskirchen eine ganz besondere Atmosphäre. Viele Kerzen tauchten das Kirchenschiff in ein angenehmes Licht und bereiteten die Besucher auf ein besinnliches Konzert vor.
Nach dem Eröffnungsstück im Stil der Göllwurzen-Bläser konnte der Organisator des Konzertes, Hans-Georg Schillinger, alle Anwesenden begrüßen. Es folgten, in fein abgestimmter Reihenfolge, musikalische Vorträge aller Stilrichtungen, da dem Konzertprogramm keine strenge Richtung vorgegeben war. Sowohl der Kirchenchor Stephanskirchen als auch der Jugendchor des Pfarrverbandes zeigten unter der Leitung von Judith Trifellner ihre Qualität.
Vom kräftigen Chorsatz bis zur feinen Begleitung der Solisten war alles zu hören. Überrascht hat vor allem der Jugendchor, der zwar krankheitsbedingt geschwächt, mit seinen jungen, trotzdem aber kräftigen Stimmen mit moderneren Liedern eine Bereicherung des Konzertes war. Beim rhythmischen „Baba Yetu“ also „Vater unser“ im afrikanischen Suaheli-Dialekt haben nicht wenige Musikanten und Zuhörer mitgewippt.
Der Seewinkl Dreigesang, ein feiner Frauendreigesang im besten alpenländischen Stil, erfreute die Zuhörer mit sauber vorgetragenen Adventsliedern. Veronika Forstner entlockte ihrer Zither in solistischen Beiträgen wunderschöne adventliche Weisen und Klöpfellieder.
Vier Jugendchorsänger wechselten zwischendurch an ihre Instrumente. Alois Reinthaler zeigte, daß eine Gitarre nicht nur als Begleitinstrument sondern auch solistisch eingesetzt werden kann. Sara Rotter ließ die Orgel mit einem klassischem Chorsatz klingen.
Katharina und Johanna Trifellner sorgten für gefühlvolle Einspiele der Kirchenchorvorträge und erfreuten die Zuhörer mit solistischen Einlagen an Harfe und Hackbrett sowie als Duett, eine seltene Mischung mit sehr angenehmer Klangfarbe.
Ein Querflöten-Ensemble rundete den Reigen der Instrumente ab. Ursprünglich als Quartett, durch kurzfristigen Ausfall als Trio besetzt, spannten sie einen stilistischen Bogen vom Barock über ein modernes Stück bis zum anspruchsvollen Mozart. Auch die Zuhörer wurden in das Konzert eingebunden und aufgefordert „Macht hoch die Tür“ mitzusingen.
„Tochter Zion“
und „Gaudete“
Waren sie vielleicht beim ersten Stück noch etwas überrascht, nahmen sie beim zweiten Stück, dem „Tochter Zion“ das ausgegebene Motto des dritten Adventssonntages „Gaudete“ „Freuet Euch“ wörtlich und sangen mit der Bläserbegleitung so kräftig mit, dass man meinte, die Fensterscheiben erzittern. Nach dem Schlussaapplaus für die Akteure folgte der Höhepunkt des Konzertes.
Nach gefühlvollem Einspiel von Hackbrett und Harfe sangen die vereinigten Chöre „Es wird ein Stern aufgehen“. Zur Überraschung der Konzertbesucher erklangen dann Strophe zwei und drei von der Empore aus vom Seewinkl Dreigesang, bevor sich die entstandene Spannung in der gemeinsam gesungenen vierten Strophe löste.
Die Zuhörer nahmen den Titel des letzten Stückes „Abendstille“, ein Bläsersatz im Stil der Laubensteiner Bläser, wörtlich und machten sich in ruhiger Stimmung auf den Nachhauseweg. Der besondere Schatz, der bei diesem Konzert entdeckt wurde, besteht nach Auffassung des Organisators darin, dass alle Sänger und Musikanten in der Kirchengemeinde Stephanskirchen oder im Pfarrverband Bad Endorf, also auf engstem Raum, beheimatet sind.re