Aschau – „Wir können uns das ,Hideaway im Chiemgau‘ gut in Aschau vorstellen“, sagte Katja Schellknecht, Inhaberin des Berliner Unternehmens Katja Schellknecht Konzepte, die jetzt gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Heiner Hauptmann vor dem Aschauer Gemeinderat vorstellig geworden ist. „Aschau hat und bietet alles, was für ein Hotel dieser Qualität gebraucht wird.“
Interessiert hörte das Gremium der Berlinerin zu, die den Chiemgau als prädestinierte Region für ein Hotelvorhaben dieser Qualität pries. Routiniert spulte sie in Marketing-Fachsprache ihren Vortrag über ein mögliches Hotelvorhaben in der Priental-Gemeinde ab. „Wir sind noch in einer recht frühen Phase und müssen noch Ideen entwickeln, in welche Richtung wir uns weiter bewegen sollen. Wir orientieren uns hier am Genius Loci, der Standort Aschau ist in Oberbayern durch Kunst und Kultur hervorgehoben“, erklärte Schellknecht den Gremiumsmitgliedern.
Dabei orientiere sich ihre Berliner Firma bei der Auswahl ihrer Vorhaben und der Standorte der Hotelanlagen an den aktuellen Trends, vor allem am Gesundheitsstreben, „der Religion des 21. Jahrhunderts“, an der Neo-Ökologie und an der Globalisierung. Aschau müsse international mehr wahrgenommen werden.
Die Katja Schellknecht Konzepte GmbH hat sich auf die Beratung und Unterstützung bei der Realisierung touristischer Projekte spezialisiert. Schellknecht war nach eigenen Angaben bis Ende 2011 als Projektmanagerin und Mitglied der Geschäftsleitung einer auf die Urlaubshotellerie im Qualitätssegment spezialisierten Hotelgruppe verantwortlich für deren Expansion.
Konkret könne sich die Geschäftsfrau auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Gelände ostwärts der Prien und nördlich der Festhalle im Schatten von Schloss Hohenaschau eine Hotelanlage, aufgegliedert in 71 Einheiten, vorstellen. Das Grundstück, seit vielen Jahren als Hotelstandort vorgesehen, befindet sich jetzt im Eigentum der Familie Cramer-Klett.
Rund um einen künstlich angelegten See, der zugleich als Naturbad dienen solle, könnten in den Haupthäusern 57 Zimmer in verschiedener Ausstattung entstehen sowie 14 Chalets. Auf einen eigenen Pool könnte in diesem Fall verzichtet werden. Zur Versorgung und als Mittelpunkt des Ganzen seien ein großer SpaBereich, ein Hofladen mit Bäckerei und weitere Geschäfte des Einzelhandels vorzusehen.
30 bis 40 Millionen Euro Kosten
Architektur und Design dieses „herausgehobenen Vorhabens“ müssten schon etwas ganz Besonderes sein, um „den Landschaftsverbrauch an dieser Stelle zu rechtfertigen“. Das Investitionsvolumen für „eine solche Premium-Anlage auf Hideaway-Ebene“ bewege sich dabei in einer Größenordnung zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Erste Gespräche über eine Verwirklichung des Projektes seien bereits mit „solventen Finanzpartnern und potenziellen Betreibern“ geführt worden.
Die Gemeinderatsmitglieder aller Fraktionen gaben sich gegenüber dem Vorhaben wortkarg, unter den Zuhörern war mehrfach das Wort „Luftschloss“ zu hören. Anja Müller-Eschenbrücher (FWG) wollte wissen, wie man sich in Aschau die weiteren Schritte vorstellen müsse, wurde aber auf das frühe Stadium der Planungen verwiesen. Hier könnten noch keine konkreten Aussagen gemacht werden.
Ludwig Moosmüller (ABL) beurteilte die Möglichkeiten, auf dem Kiesgrund der nahen Prien einen künstlichen See anzulegen, eher skeptisch. Peter Thaurer wollte wissen, in welcher Zeit das Vorhaben verwirklicht und ob es in einem Zug fertiggestellt werden solle. Die beiden Tourismusleute erklärten übereinstimmend, die gesamte Anlage solle innerhalb von anderthalb bis zwei Jahren nach dem Baubeginn bezugsfertig sein.