Nußdorf – Die Betreuung von Asylbewerbern ist nicht ganz einfach und zeitintensiv. Darüber können Tausende ehrenamtliche Helfer in Deutschland berichten, so auch die wenigen Helfer in Nußdorf. Fehlende Deutsch- und nur rudimentär vorhandene Englischkenntnisse bei den Flüchtlingen, fehlende Dokumente und eine nicht unbeachtliche Bürokratie führen zu einem erheblichen Arbeits- und Zeitaufwand.
Hinzukommen die zahlreichen Stunden für die persönliche Betreuung, damit sich die Menschen aus den fernen Ländern bei uns zurechtfinden und wenigstens bruchstückhaft Deutsch sprechen können. Diese Vorgänge wiederholen sich dann mit jedem Neuzugang immer wieder und führen Helfer oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Über die daraus folgenden Konsequenzen und über ihre Arbeit berichtete jetzt Renate Pröbstl, Leiterin des Nußdorfer Helferkreises, in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Mittlerweile stünden viele Helfer gar nicht mehr oder nicht mehr in dem bisherigen zeitlichen Rahmen zur Verfügung, schildert Renate Pröbstl die aktuelle Situation. Damit würde die nicht weniger gewordene Arbeit nun auf die verbleibenden Helfer verteilt.
Unterstützung sei unzureichend
„Die Gründe für das rückläufige Engagement sind vielschichtig“, so Pröbstl. Viele der ehrenamtlichen Helfer seien berufstätig, hätten Familie und andere Verpflichtungen. Vieles von dem wäre in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Zudem beklagt Pröbstl eine unzureichende Unterstützung und Anerkennung durch staatliche Einrichtungen und durch die Gemeinde insgesamt.
Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer sagte zu, dass eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung auch in Zukunft für Aufgaben, die im Zusammenhang mit den Asylbewerber im bisherigen Umfang zur Verfügung stehen wird. Der Rathauschef griff darüber hinaus den Vorschlag des Helferkreises auf, einen runden Tisch gemeinsam mit dem Nußdorfer Gemeinderat zu bilden, um die aufgezeigten Probleme gezielt angehen zu können.