Mit Leichtigkeit und Brillianz

von Redaktion

Silvester-Konzert zum Jahresausklang in Sachrang – Positive Einstimmung auf das Jahr 2019

Sachrang – Erhabene Leichtigkeit, Klarheit und Brillianz mit der außergewöhnlichen Besetzung Flöte, Oboe, zwei Klarinetten, zwei Hörnern, zwei Violen und Cello – das Programm des Jahresabschlusskonzerts zum 175. Müllner-Peter-Jahr in der Sachranger Pfarrkirche hätte dem Sachranger Ausnahmetalent sicher auch gefallen. Setzte es sich doch aus Notturni-Sätzen vonJ.Hadyn (1732-1809) und J.S. Bach-Suiten (1685-1750) zusammen.

Und quasi wie mit einer Klammer rahmten Gedichte von J.W. von Goethe (1749-1832) und F. Schiller (1759-1805), empathisch vorgetragen von Peter Weiß, die Musik ein.

Prof. Hansjörg Schellenberger (Oboe) hatte das Konzertjahr 2018 „Seite an Seite“ überschrieben, und so spielten erfahrene und renommierte Musiker wie Michael Oman (Blockflöte) und Albert Osterhammer (Klarinette) und die jüngere Generation mit Julia Gassner (Klarinette), Paul Pitzek und Maximilian Schellenberger (Hörner), See Hyeun Lee und Haeun Park (Violen) und Benedikt Loos (Cello) einvernehmlich zusammen.

Die vier Notturni, ursprünglich ein Auftragswerk des neapolitanischen Königs Ferdinand IV. für die lira organizzata (eine Mischung aus Orgel und Drehleier) und Ensemble, spielten die neun Musiker mit brillianter Leichtigkeit und Präzision. Die gedrängte Kürze und die rauschenden, quasi orchestralen Effekte bewirkten Kurzweiligkeit, die variationsreichen Tempi sorgten für fröhliche Unbeschwertheit.

Cellist Benedikt Loos glänzte mit zwei Solo-Stücken. Das Präludium aus der 4. Suite für Violoncello solo, BWV 1010, von J.S. Bach, gemahnte an eine Laute, Loos‘ rhythmische Präzision und Technik waren Leidenschaft pur und wirkten trotz der rhythmischen Strenge leicht und transparent. Nicht minder beachtenswert war die Gigue aus der gleichen Bachsuite, „um“-komponiert von Bernd A. Zimmermann (1918-1970). In dem Versetto war alles geboten: gleichmäßig durchlaufende Achtel, lautenähnlich, folgten da himmlisch-zarten Flagiolett- und pizzicato-Tönen, da traf himmlische Sphärenmusik auf Uhrwerk.

Die sechs Gedichte, die Peter Weiß zwischen den Musikstücken einfühlsam vortrug, handelten von Liebe, von Freundschaft, von Krieg und von Hoffnung – unsterbliche Texte von unglaublicher Aktualität und von intellektueller Präzision. Die Zugabe aus Faust II, 4. Akt, für Sprecher und Oboe, in der Mephisto Faust die Entstehung der Erdoberfläche und des Hochgebirges erklärt, bot dann noch mehr Nachdenkliches: „Ich war dabei … der Satan kommt zu Ehren…“ Faust sprach da dem Publikum aus dem Herzen: „Es ist doch auch bemerkenswert zu achten, zu sehen, wie Teufel die Natur betrachten…“ Gepaart mit effektvoller, brillanter Musik von Haydn und Bach stimmte so das Konzert positiv auf 2019 ein.

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